Elektronische Patientenakte: Fast jeder kennt sie, kaum jemand nutzt sie

Die elektronische Patientenakte ist vielen Menschen inzwischen ein Begriff, muss sich aber im Gesundheitswesen erst noch bewähren. Damit aus Bekanntheit echte Nutzung wird, braucht es mehr Information, Vertrauen und eine aktive Unterstützung durch Praxisteams.

Elektronische Patientenakte Smartphone

Seit dem 15. Januar 2025 wird die „elektronische Patientenakte („ePA für alle“) schrittweise eingeführt. Nach einer Testphase in ausgewählten Praxen begann Ende April der bundesweite Rollout. Bis spätestens Oktober soll die ePA dann überall in Deutschland verfügbar sein.

Die ePA ist zwar in aller Munde, jedoch noch nicht im Alltag der Arztpraxen angekommen. Das zeigt der aktuelle SBK-ePA-Puls - eine neue regelmäßige Befragung der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov.

Hoher Bekanntheitsgrad dank Medien und Krankenkassen

Es haben 88 % der gesetzlich Versicherten schon einmal von der ePA gehört. Die wichtigsten Informationsquellen sind die Presse (57 %) und die Krankenkassen (42 %). Freunde und Familie, die Arztpraxis oder die Apotheke dienen ebenfalls als Informationsquellen, sind jedoch weniger relevant. Damit scheinen die bisherigen Informationskampagnen zu wirken. Nur 9 % der Befragten kennen die ePA bislang gar nicht.

Nutzung? Noch ausbaufähig

Trotz der breiten Bekanntheit ist die tatsächliche Nutzung noch gering. Nur rund ein Fünftel der Befragten nutzt die ePA bereits oder planen dies konkret. Die Mehrheit aber (56 %) wartet lieber ab. Das geschieht häufig aus Zeitgründen oder mangels konkretem Bedarf. Es lehnen 11 % die ePA ab, meist wegen Datenschutzbedenken.

Was erhoffen sich die Nutzer?

Die Umfrage zeigt auch, welche Vorteile sich Patienten am meisten von der elektronischen Patientenakte erwarten:

  • Bessere Zusammenarbeit der Gesundheitsdienstleister (75 %) 
  • Besserer Einblick in die eigenen Untersuchungsergebnisse (72 %) 
  • Weniger Papierkram (67 %)
  • Medikamentenübersicht (56 %) 
  • Vermeidung von Doppeluntersuchungen (54 %)
  • Transparenz bei Leistungen und Kosten (47 %) 

Nur 2 % der Befragten waren unsicher oder machten keine Angabe.

In der Arztpraxis kaum ein Thema

Einen festen Platz im Praxisalltag hat die ePA bislang nicht gefunden. Es haben 82 % der Befragten noch nie mit ihrem Arzt über die elektronische Akte gesprochen. Nur 9 % wurden aktiv darauf hingewiesen, obwohl sich fast zwei Drittel genau das wünschen. Als Hauptgründe gelten technische Hürden und eine zurückhaltende Haltung seitens der Praxen.

Über die Umfrage

Die Daten stammen aus Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov-Panels. Im Zeitraum vom 23. bis zum 26. Mai 2025 wurden für diese Umfrage insgesamt 2050 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert, und die Ergebnisse anschließend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Autor:
Stand:
16.06.2025
Quelle:

SBK Siemens-Betriebskrankenkasse: Pressemitteilung, 05.06.2025.

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