Die Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung in Deutschland ist laut einer aktuellen, repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland auf einem niedrigen Niveau angekommen. Über 70 % der Befragten geben an, dass sich die Versorgung verschlechtert habe.
Regionale Unterschiede
Besonders kritisch sehen die Bürger die hausärztliche (45,8 %), fachärztliche (33,8 %) und psychiatrische Versorgung (32,7 %) sowie die Lage der Krankenhäuser (31,6 %). Es zeigen sich regionale Unterschiede. Ein Lichtblick bleibt die Apothekenversorgung: In den meisten Bundesländern liegt die Unzufriedenheit hier bei unter 10 %. Lediglich in Bremen äußerten sich fast 18,7 % negativ.
Brennpunkt Hausärzte und Krankenhäuser
Als Beispiele seien hier die Zahlen für Bayern und Nordrhein-Westfalen näher betrachtet. In Bayern sieht mehr als jeder Dritte die hausärztliche Versorgung als problematisch an. Fast ebenso viele (34,6 %) äußern sich besorgt über die Krankenhausversorgung – ein Wert, der über dem Bundesdurchschnitt von 31,7 % liegt. Das Angebot an Facharztpraxen hingegen wird im Freistaat vergleichsweise positiv bewertet: Nur knapp 30 % halten es für unzureichend, bundesweit sind es fast 34 %.
Mängel im Bereich psychische Gesundheitsversorgung
In Nordrhein-Westfalen sehen 41,4 % der Befragten die hausärztliche Versorgung als problematisch an. Auch im Bereich der psychischen Gesundheitsversorgung sieht mehr als ein Drittel (36,2 %) der Befragten Defizite. Damit liegt Nordrhein-Westfalen im Vergleich der Landesverbände von Pharma Deutschland besonders deutlich im kritischen Bereich.
Säulen der Gesundheitsversorgung
Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, bezeichnet Hausärzte, Krankenhäuser und Facharztpraxen als „die zentralen Säulen der Gesundheitsversorgung in Deutschland“. „Es muss jetzt darum gehen, die Gesundheitsinfrastruktur nicht nur als Kostenfaktor, sondern vor allem als Aufgabe der Daseinsvorsorge zu sehen“, so Brakmann.
Apotheken als Lichtblick
Ein Lichtblick sei, „dass das Angebot an Apotheken, trotz eines deutschlandweiten rasanten Apothekenschwundes, nicht als problematisch angesehen wird“. „Da die Apotheken ebenfalls eine wichtige Säule der Gesundheitsinfrastruktur sind, sollten sie stärker in die gesundheitspolitischen Überlegungen der neuen Bundesregierung eingebunden werden“, empfiehlt die Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.
Die Umfrage basiert auf den Antworten von 5.007 verifizierten Teilnehmern im Zeitraum vom 5. April bis 5. Mai 2025.









