Forschung zu Risikofaktoren für OSAS wichtig für Prävention/Therapie
Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist eine weit verbreitete Schlafstörung mit einer Prävalenz von etwa 4 %. Hierbei kommt es durch eine Verengung der oberen Atemwege während des Schlafs zu wiederholten nächtlichen Atemaussetzern. Die Erkrankung ist ein erheblicher Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen und vorzeitiges Altern. Zudem kann sie die kognitive Funktion beeinträchtigen, was beispielsweise das Risiko für Verkehrsunfälle erhöht. OSAS hat sich zu einem bedeutenden globalen Gesundheitsproblem entwickelt. Die Untersuchung möglicher Risikofaktoren sind daher wichtig, um die Entstehung und die Progression der Erkrankung zukünftig verhindern zu können.
Heuschnupfen: Eine häufige allergische Erkrankung
Eine Pollinose, auch bekannt als Heuschnupfen, wird durch eine Hypersensitivität gegenüber Pollen ausgelöst. Die Symptome treten insbesondere in den Frühlings- und Herbstmonaten auf. Die Betroffenen leiden unter anderem an einer Nasenatmungsbehinderung, Rhinorrhoe und nasalem Juckreiz. Hierdurch kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt sein. Eine multinationale Umfrage zeigte, dass die Inzidenz der Pollinose bei Erwachsenen 14,4 % beträgt.
Welche Assoziationen bestehen zwischen Pollinose und OSAS?
Eine kürzlich veröffentlichte Studie evaluierte einen möglichen Zusammenhang zwischen Pollinose und OSAS anhand von Daten aus der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES). Dies ist ein Programm, das bereits 1971 ins Leben gerufen wurden, um die Gesundheit- und Ernährungsdaten der US-Bevölkerung zu evaluieren. Es enthält die Daten von ungefähr 10.000 Teilnehmern und sammelt alle zwei Jahre die Patientendaten durch Befragungen und körperliche Untersuchungen. Für die aktuelle Studie analysierten die Forscher die Daten von 6.516 Teilnehmern, die zwischen 2005 und 2018 erhoben wurden. Die Wissenschaftler sahen, dass eine Pollinose signifikant mit einem erhöhten Risiko für OSAS assoziiert ist (p<0,001). Weitere Analysen bestätigten, dass die Pollinose sogar ein unabhängiger Risikofaktor für ein OSAS sein könnte (p=0,002).
Wie könnte die Pollinose das Risiko für OSAS erhöhen?
Als mögliche Ursache für diese Beobachtung vermuten die Forscher, dass allergische Entzündungen zu einer Schwellung der Nasenschleimhaut und Freisetzung von Entzündungsmediatoren führen. Diese entzündlichen Antworten könnten sich auf den Pharynx ausweiten und die Atemwege verengen und die Wahrscheinlichkeit von Atemaussetzern während des Schlafs erhöhen. Zudem atmen die Betroffenen aufgrund der chronischen Nasenatmungsbehinderung vermehrt durch den Mund. Diese kompensatorisch verwendete Mundatmung könnte die oropharyngeale Anatomie über die Zeit verändern.
Frühzeitige Entdeckung von OSAS bei Pollinosepatienten könnte Risiko für OSAS-bezogene Komplikationen senken
Die Wissenschaftler betonen die Bedeutung einer sorgfältigen Überwachung von Patienten mit Pollinose hinsichtlich des Risikos für OSAS. Frühzeitige Interventionen könnten dazu beitragen, ihr Risiko für OSAS-bezogene Komplikationen zu reduzieren. Weitere prospektive Studien mit einer höheren Studienpopulation sind erforderlich, um die Beziehung zwischen Pollinose und OSAS zu bestätigen und die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen.









