Die ABDA hat ihren Geschäftsbericht 2024/2025 vorgestellt. Auf 44 Seiten und in sechs Kapiteln gibt er einen Einblick in die Schwerpunkte der berufspolitischen Arbeit der ABDA, des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) und der Bundesapothekerkammer (BAK). Der Berichtszeitraum erstreckt sich von Juni 2024 bis Mai 2025. Neben einem aufgefrischten Design gibt es auch eine symbolische Umweltaktion. Für die Herstellung der 400 gedruckten Exemplare wurde ein Baumsetzling reserviert, der im Herbst in den Berliner Forsten gepflanzt werden soll. Die digitale Version steht auf abda.de bereit.
Gesundheitspolitik im Fokus
Im Kapitel „Gesundheitspolitik“ zieht ABDA-Präsident Thomas Preis Bilanz über ein turbulentes Jahr. Nach dem Ende der Ampel-Koalition rückte der Bundestagswahlkampf 2025 in den Mittelpunkt. Preis betont die wirtschaftliche Schieflage der Apotheken und fordert eine rasche Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Maßnahmen. Auch DAV-Vorsitzender Dr. Hans-Peter Hubmann und BAK-Präsident Dr. Armin Hoffmann kommen zu Wort. Im Bericht werden relevante gesetzliche Neuerungen behandelt. Nach den Schwerpunktthemen folgt ein Überblick über Vorstand, Satzung und Haushalt der ABDA.
Versorgungskonzept: Apotheken als erste Anlaufstelle
Einen besonderen Stellenwert hat das Positionspapier „In eine gesunde Zukunft mit der Apotheke“, das im April 2025 veröffentlicht wurde und im Geschäftsbericht als Meilenstein dargestellt wird. Darin schlägt die ABDA konkrete Maßnahmen vor, etwa mehr Handlungsspielräume bei Lieferengpässen, das Modell „Pharmacy First“ für unkomplizierte Erkrankungen, stärkere Beiträge der Apotheken zur Prävention und Früherkennung sowie eine engere Begleitung von chronisch kranken Menschen. Ziel ist es, die Apotheken dauerhaft stärker in die primäre Versorgung einzubinden. Preis sagt dazu: „Auf Basis dieses Konzeptpapiers möchten wir mit der Politik, der Ärzteschaft, den Krankenkassen sowie mit den Patientinnen und Patienten über eine sichere Gesundheitsversorgung der Zukunft ins Gespräch kommen.“
Digitalisierung: ePA startet bundesweit
Fortschritte gab es im Berichtszeitraum im Bereich Digitalisierung. Hubmann betont: „Die Apotheken sind seit Jahren führend in der Digitalisierung und stellen sich stets neuen Herausforderungen.“ Neben der flächendeckenden Einführung des E-Rezepts startete Anfang 2025 die elektronische Patientenakte (ePA).
In einem Pilotprojekt testeten 70 Apotheken den Umgang mit der elektronischen Medikationsliste, bevor sie im April 2025 bundesweit zugänglich wurde. Begleitet wurde die Einführung von digitalen Informationsveranstaltungen in Kooperation mit der gematik. Ab Oktober 2025 wird die Nutzung der ePA verpflichtend.
Qualität sichern, Personal gewinnen
Das Kapitel „Qualitätssicherung“ hebt gleich mehrere Entwicklungen hervor. Leitlinien für die apothekerliche Arbeit gibt es seit nunmehr 25 Jahren. Zuletzt wurden die Vorgaben zur Ernährungsberatung in der Apotheke sowie zur Versorgung von Heimbewohnern und Krankenhauspatienten überarbeitet.
Auch die jährlich aktualisierte Leitlinie zu Schutzimpfungen bleibt wichtig. Es wird jedoch auch die angespannte Personalsituation thematisiert. Ob Apotheker, PTA oder PKA – in allen Bereichen herrscht Fachkräftemangel, der die Versorgung zunehmend gefährdet.
Apotheken in der Öffentlichkeit
Unter dem Titel „Die Apothekerschaft in der Öffentlichkeit“ beleuchtet der Bericht die Kommunikationsarbeit. Mit der politischen Kampagne „Gesundheit sichern. Die Apotheke.“ setzte die ABDA bundesweit sichtbare Akzente.
Rückblickend wird auch die Initiative „What’s Apo – Status Gesundheitspolitik“ zur Bundestagswahl gewürdigt, bei der rund 300 Kandidierende Stellung bezogen. Für junge Zielgruppen ging die ABDA neue Wege. Mit der Nachwuchskampagne „How to sell drugs offline (fast)“ und einem eigenen TikTok-Kanal.
Apotheken erhalten und wirtschaftlich sichern
Damit die Apotheken auch in Zukunft ihren Aufgaben nachkommen können, brauchen die Betriebe eine solide wirtschaftliche Basis. Dazu sagt Hubmann: „Die Aussagen im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung müssen deshalb ganz schnell und konsequent umgesetzt werden. Ob Erhöhung des Festhonorars, Abschaffung des Skonto-Verbots – nur mit einer auskömmlichen und verlässlichen wirtschaftlichen Grundlage können die Apotheken in der Stadt und auf dem Land die künftigen Herausforderungen stemmen.“ Verlässliche und finanziell tragfähige Rahmenbedingungen sind auch ein entscheidender Ansatz, um die Fachkräftesituation zu verbessern und die Arbeit in der öffentlichen Apotheke attraktiver zu machen.









