Apothekenzahl sinkt weiter: 16.601 Betriebsstätten zum Jahresende 2025

Die wohnortnahe Arzneimittelversorgung steht weiter unter Druck. Wie die ABDA mitteilt, ist die Zahl der öffentlichen Apotheken im Jahr 2025 erneut deutlich gesunken. Der anhaltende Rückgang wirft nicht nur wirtschaftliche, sondern auch versorgungspolitische Fragen auf.

Kind Rezeptur Apotheke

Die Zahl der öffentlichen Apotheken in Deutschland ist weiter rückläufig. Zum Jahresende 2025 existierten bundesweit nur noch 16.601 Apotheken, wie die ABDA mitteilt. Damit ging die Apothekenzahl innerhalb eines Jahres um 440 Betriebsstätten zurück. Das ist ein Minus von 2,6 %. Es handelt sich um den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahrzehnten.

Mehr Schließungen als Neueröffnungen

Grundlage der Zahlen sind die Meldungen der Landesapothekerkammern. Demnach wurden im Jahr 2025 rund 502 Apotheken geschlossen, während lediglich 62 neu eröffnet wurden. Der strukturelle Abbau setzt sich damit unvermindert fort. Neue Apotheken können die hohe Zahl an Geschäftsaufgaben nicht kompensieren.

Tiefstand seit den 1970er-Jahren

Mit 16.601 Apotheken nähert sich Deutschland dem historischen Tiefstand aus dem Jahr 1977, als 16.374 Apotheken gezählt wurden. Seit der Einführung des festen Apothekenhonorars vor rund 22 Jahren ist die Zahl der Apotheken insgesamt um fast 20 % gesunken. In diesem Zeitraum wurde das Fixhonorar lediglich einmal – im Jahr 2013 – um 3,1 % angehoben.

Wirtschaftlicher Druck als zentrale Ursache

Nach Einschätzung der ABDA stehen viele Apotheken unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Während Personal-, Energie- und Sachkosten deutlich gestiegen sind, blieb die Vergütung für die Arzneimittelabgabe über Jahre nahezu unverändert. Für zahlreiche Betriebe sei es laut der ABDA unter diesen Rahmenbedingungen zunehmend schwierig, wirtschaftlich zu arbeiten.

Folgen für die Arzneimittelversorgung

Der fortschreitende Rückgang hat nach Ansicht der ABDA unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit. Mit jeder geschlossenen Apotheke nehmen Wege und Wartezeiten für Patienten zu. Besonders betroffen sind ländliche Regionen sowie ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen. Gleichzeitig verliert das Gesundheitssystem an Stabilität, etwa in Krisen- oder Ausnahmesituationen.

Forderung nach schneller politischer Umsetzung

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist eine Erhöhung des Apothekenhonorars auf 9,50 Euro vorgesehen. Die ABDA kritisiert, dass diese Zusage bislang nicht umgesetzt wurde. Angesichts der weiter sinkenden Apothekenzahl sei rasches politisches Handeln erforderlich, um den Abwärtstrend zu stoppen und die wohnortnahe Arzneimittelversorgung langfristig zu sichern.

Autor:
Stand:
19.01.2026
Quelle:

ABDA: Pressemitteilung, 13.01.2026

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