Die Aktion „Lange Nacht des Impfens“ fand am 8. Oktober 2025 statt und wurde vom Bundesverband der Versorgungsapotheker (BVVA) initiiert, um den Beginn der Impfsaison für Grippe und COVID-19 zu markieren und die Bevölkerung zur Impfung zu motivieren. In diesem Jahr machten insgesamt 360 Apotheken bundesweit mit, und damit fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Laut dem jüngsten APOkix-Report zogen praktisch alle teilnehmenden Apotheken ein durchweg positives Fazit und würden 2026 wieder teilnehmen.
Vertrauen stärken
Für viele Apotheken war die Impfaktion weit mehr als nur ein Serviceangebot. So sehen 69 % der Befragten Aktionen wie diese als geeignetes Mittel zur Steigerung der Impfquote. Für fast drei Viertel der Apotheken wirkt sich die mediale Aufmerksamkeit positiv auf das Apothekenimage (73 %) und auf das entgegengebrachte Vertrauen (72 %) aus. Dennoch kritisierten 67 % die insgesamt zu geringe Beteiligung, obwohl gleichzeitig die Bereitschaft besteht, häufiger mitzumachen. Fast die Hälfte (47 %) der Befragten gab zu bedenken, dass solche Aktionen erst dann regelmäßig stattfinden sollten, wenn das Apothekenhonorar eine verlässliche wirtschaftliche Grundlage bietet.
Warum viele Apotheken nicht mitgemacht haben
Trotz der positiven Resonanz beteiligten sich nicht alle Apotheken an der Aktion. Als häufigste Gründe nannten die Befragten:
- Personalmangel (59 %);
- zu hoher organisatorischer Aufwand (45 %) und bürokratische Hürden (42 %);
- wirtschaftliche Bedenken (41 %) und fehlende Qualifikation bzw. generelle Nicht-Impfbereitschaft (39 %);
- geringe erwartete Nachfrage (20 %) oder mögliche Konflikte mit der Ärzteschaft (19 %).
Geschäftslage gemischt — aber kurzfristig positiv
Der aktuelle APOkix zeigt auch, dass die Geschäftslage im November besser eingeschätzt wurde als im Oktober. Der Index stieg von 64,5 auf 74,1 Punkte. Die erwartete Geschäftsentwicklung für die kommenden zwölf Monate sank jedoch um 6,5 Punkte auf 51,7.
Die Erhebung des APOkix basiert auf einer Onlinebefragung von 116 Apothekeninhabern, die zwischen dem 3. und 16. November 2025 durchgeführt wurde. Die Teilnehmenden stammen aus allen Regionen Deutschlands und decken ein breites Spektrum an Betriebsstrukturen ab – von kleinen Landapotheken bis hin zu größeren städtischen Betrieben.










