Grippewelle: Apotheken mit Potenzial - Selbstmedikation gefragt, Impfungen möglich

Der Apothekenkonjunkturindex belegt, dass in der Erkältungssaison die Nachfrage nach OTC-Produkten hoch ist. Gleichzeitig sind viele Mitarbeiter krank. Die Selbstmedikation bleibt eine wichtige Einnahmequelle, Grippeimpfungen sind wirtschaftlich wenig attraktiv.

Apotheke HV

Die aktuelle Grippe- und Erkältungswelle setzt deutschen Apotheken zu: Mehr als jede zweite Apotheke kämpft mit Personalausfällen durch Krankheitswellen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Patienten, die sich in Apotheken zu Grippe- und Erkältungsmedikamenten beraten lassen oder rezeptfreie Präparate (OTC-Produkte) kaufen. Während die Selbstmedikation eine wichtige Einnahmequelle bleibt, zeigt sich bei Grippeimpfungen in Apotheken weiterhin viel Potenzial. Sie sind allerdings auch eine wirtschaftliche Herausforderung.  

Selbstmedikation sorgt für Umsatz

Laut dem aktuellen Apothekenkonjunkturindex (APOkix) lassen sich knapp zwei Drittel der Grippe- und Erkältungspatienten in Apotheken zu Selbstmedikationsprodukten beraten oder kaufen entsprechende Arzneimittel. Etwa jeder Dritte beschränkt sich auf die Einlösung von Rezepten (37 %). Die Beratung zur Selbstmedikation führt in den meisten Fällen zum Kauf von rezeptfreien Medikamenten. In 92 % der Fälle entscheiden sich die Kunden nach der Beratung für ein OTC-Produkt, während 8 % sich beraten lassen, ohne eine Empfehlung direkt in der Apotheke umzusetzen.

Besonders gefragt sind Präparate im Preisbereich zwischen zehn und zwanzig Euro. Für 80 % der befragten Apothekeninhaber stellt der Verkauf von Erkältungsprodukten eine wichtige Einnahmequelle dar, weshalb über zwei Drittel aktiv für diese Produkte werben.  

Grippeimpfungen: Erfolgreich, aber wenig rentabel

Seit Oktober 2022 dürfen Apotheken nach entsprechender Schulung Grippeimpfungen anbieten. Die GKV-Versicherten, für die die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Grippeschutzimpfung empfiehlt, können sich kostenfrei impfen lassen. Patienten, die privat zahlen, werden von den teilnehmenden Apotheken auch unabhängig von der STIKO-Empfehlung geimpft.

Bisher macht jedoch nur jede vierte Apotheke von dieser Möglichkeit Gebrauch. Die Einschätzungen zur Nachfrage fallen unterschiedlich aus: Während 56 % der befragten Apothekeninhaber von einer eher oder sehr hohen Nachfrage berichten, empfinden 44 % diese als eher oder sehr gering. Während 80 % der impfenden Apotheken die Impfungen als Erfolg werten und 59 % angeben, dass Ärzte aus der Umgebung das Angebot begrüßen, bleibt ein wirtschaftliches Problem bestehen: Nur 10 % der Apotheken sehen die Grippeschutzimpfungen als finanziell lohnend an.  

Konjunkturindex zeigt positive Entwicklung

Trotz der Herausforderungen durch die Grippewelle zeigen sich Apotheken optimistischer als in den Vormonaten. Der Apothekenkonjunkturindex weist für Februar 2025 steigende Geschäftserwartungen aus. Die Bewertung der aktuellen Lage kletterte von 58,9 auf 75,0 Punkte, während sich die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate von 54,3 auf 62,1 Punkte verbesserten. Das sind die höchsten Werte der letzten zwölf Monate. 

Autor:
Stand:
16.03.2025
Quelle:

IFH Köln GMBH: Pressemeldung, 24.02.2025

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