Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) hat am 25. September in Berlin ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Wissenschaft und dem Gesundheitswesen würdigten die Leistungen der Kommission, die seit 1975 für die Sicherheit der Patienten in Deutschland einsteht. ABDA-Präsident Thomas Preis nannte das Jubiläum einen „Meilenstein“. „Die AMK sammelt, bewertet und kommuniziert Informationen über Nebenwirkungen, Qualitätsmängel und weiteren Risiken von Arzneimitteln. Damit trägt sie entscheidend dazu bei, dass die Arzneimittelversorgung in Deutschland zu den sichersten der Welt gehört.“
Rückblick: Von Frankfurt nach Berlin
Gegründet wurde die AMK am 26. August 1975 in Frankfurt am Main. Ziel war es von Beginn an, Meldungen zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) und Qualitätsmängeln zentral zu erfassen und zu bewerten. Seit 2019 befindet sich die Geschäftsstelle im Deutschen Apothekerhaus in Berlin.
Die Kommission ist eine Fachgremienstruktur innerhalb der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und vereint Expertise aus öffentlichen Apotheken, Krankenhausapotheken, Universitäten, medizinischen Einrichtungen und der Bundeswehrpharmazie.
Im Einsatz für die Patientensicherheit
Wie wichtig die Arbeit der AMK ist, machte deren Vorsitzender Prof. Dr. Martin Schulz in seiner Rede deutlich. „Wir sind in der Lage, Medikamente aus Apotheken in ganz Deutschland innerhalb weniger Stunden zurückzurufen, wenn dies die Patientensicherheit erfordert“, sagte Schulz. Ein prominentes Beispiel ist der Valsartan-Skandal im Jahr 2018. Damals mussten Blutdrucksenker zurückgerufen werden, nachdem krebserregende Nitrosamine in einzelnen Chargen nachgewiesen worden waren. Rund 900.000 Betroffene konnten dank der Koordination von AMK, Apotheken und Ärzteschaft kurzfristig auf andere Präparate umgestellt werden.
Partner im Stufenplanverfahren
Die AMK ist als stufenplanbeteiligte Institution nach § 63 Arzneimittelgesetz (AMG) fester Bestandteil des deutschen Pharmakovigilanz-Systems. Sie verarbeitet spontane Meldungen aus Apotheken, informiert über Risiken und initiiert Schutzmaßnahmen. Diese Schnittstelle zwischen Praxis und Behörden hob auch Prof. Dr. Werner Knöss, Vizepräsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), hervor. Gerade mit Blick auf künftige Herausforderungen wie die Integration von Künstlicher Intelligenz ist ein „konstruktiver Dialog“ zwischen AMK und Aufsichtsbehörden unverzichtbar.
Wissenschaftliche Kompetenz und Verantwortung
Neben Preis und Schulz sprachen beim Festakt auch Dr. Georg Kippels, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Prof. Dr. Heyo Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin, und Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer. Alle betonten die zentrale Rolle der Apothekerschaft für die Arzneimitteltherapiesicherheit. „Die AMK ist ein Symbol für das, was unseren Berufsstand ausmacht: wissenschaftliche Kompetenz, Verantwortung für die Patientinnen und Patienten und gelebte Arzneimitteltherapiesicherheit“, so Preis.










