Der Verband der Europäischen Versandapotheken (European Association of E-Pharmacies, EAEP) hat seinen „E-Pharmacy Action Plan“ veröffentlicht. Ziel ist es, den Zugang der europäischen Bevölkerung zu digitaler Gesundheitsversorgung zu verbessern. Das soll durch gezielte Maßnahmen erfolgen, Online-Apotheken besser in die nationalen Gesundheitssysteme integrieren. Die EAEP appelliert an die EU-Institutionen, dafür regulatorische Hürden abzubauen und die Gleichstellung digitaler Versorgungswege zu fördern.
Beitrag der Versender
Online-Apotheken leisten laut der EAEP bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung. Sie erleichtern chronisch erkrankten Menschen und Personen in ländlichen Regionen den Zugang zu Arzneimitteln, stärken die Therapietreue und entlasten überlastete Gesundheitssysteme. Doch eine uneinheitliche, teils veraltete Gesetzgebung in den EU-Mitgliedstaaten verhindere bislang die Ausschöpfung des vollen Potenzials digitaler Versorgungslösungen.
Historische Chance
Der European Health Data Space und die Einführung der persönlichen digitalen Brieftasche (European Digital Identity Wallet) bieten laut Olaf Heinrich, Co-Präsident der EAEP, eine historische Chance, Patienten digital zu versorgen. Walter Hess, ebenfalls Co-Präsident, ergänzt, dass der Aktionsplan konkrete Wege aufzeige - von der Vision zur Umsetzung und von der europäischen Gesundheitsunion hin zu einer echten Digital Health Union.
Der Plan umfasst fünf strategische Schwerpunkte:
- EU-weite Belieferung: Grenzüberschreitender Zugang zu verschreibungspflichtigen Medikamenten über zertifizierte Online-Apotheken soll, wie bereits in acht EU-Ländern erlaubt ist, möglich werden.
- Zugang zu elektronischen Gesundheitsakten: E-Apotheken sollen bei Zustimmung der Patienten auf elektronische Gesundheitsdaten zugreifen dürfen, um personalisierte Versorgung zu ermöglichen.
- Versorgungssicherheit durch flexible Lieferketten: Online-Apotheken sollen durch grenzüberschreitende Logistik und engere Kooperationen aktiv zur Bewältigung von Arzneimittelengpässen beitragen.
- Faire Vergütung digitaler Leistungen: Digitale pharmazeutische Dienstleistungen sollen gleichwertig mit analogen Angeboten erstattet werden.
- Ausbau der Telepharmazie: Fernbetreuung per Videochat oder App soll gestärkt werden, insbesondere in Regionen mit Fachkräftemangel.
Studiengeprüfte Forderungen
Der Aktionsplan stützt sich auf aktuelle Studien von Analyse- und Beratungsfirmen wie Copenhagen Economics, IEGUS und IQVIA, die die positiven Effekte digitaler Apothekenangebote auf die Versorgungsqualität und Systemeffizienz belegen sollen. Die EAEP fordert die EU und die Mitgliedstaaten auf, einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um digitale Teilhabe für alle Patienten zu ermöglichen.
Über die EAEP
Die European Association of E-Pharmacies vertritt die Interessen digitaler Apotheken auf europäischer Ebene. Sie versteht sich als Schnittstelle zwischen Digitalisierung, Gesundheitsversorgung, E-Commerce und Nachhaltigkeit und hat das Ziel, die Gesundheit der Bürger zu verbessern und die Systeme zukunftsfähig zu gestalten. Als Pionierin im digitalen Gesundheitswesen setzt sich die EAEP für eine sichere, innovative und rechtssichere Arzneimittelversorgung in Europa ein.










