Das deutsche Gesundheitswesen erreicht einen digitalen Meilenstein: Am 17. Oktober wurde das milliardste E-Rezept eingelöst. Was 2021 als Pilotprojekt begann, ist inzwischen Routine geworden und verändert die Arzneimittelversorgung grundlegend. Parallel dazu meldet der Onlineversand-Konzern DocMorris AG ein kräftiges Wachstum im Rezeptgeschäft: Allein im dritten Quartal 2025 stieg das Rx-Geschäft um 9,2 %, in den ersten neun Monaten sogar um fast 38 %.
Digital wird „normal“
Das E-Rezept ist seit Anfang 2024 bundesweit verpflichtend und hat sich mittlerweile als neuer Standard etabliert. Laut gematik werden inzwischen täglich mehrere Millionen digitale Verordnungen ausgestellt. Für Patienten bedeutet das weniger Papier, im besten Fall weniger Wege und mehr Komfort. Folgerezepte lassen sich im selben Quartal direkt digital ausstellen und in der Apotheke oder per App bei der Wunschapotheke einlösen.
Auch wirtschaftlich zeigt sich der digitale Wandel. Der DocMorris-Konzern steigerte seinen Gesamtumsatz in den ersten neun Monaten 2025 um 9,5 % auf 854,3 Millionen Schweizer Franken. Besonders stark wuchs das Rezeptgeschäft (Rx) in Deutschland, während auch das nicht verschreibungspflichtige Sortiment (Non-Rx) zulegte.
E-Rezept als Motor der digitalen Vernetzung
Seit Januar 2025 fließen alle eingelösten E-Rezepte automatisch in die elektronische Medikationsliste (eML) innerhalb der elektronischen Patientenakte (ePA) ein. Diese enthält Informationen zu Wirkstoff, Handelsnamen, Wirkstärke und Dosierung und hilft dabei, Wechselwirkungen frühzeitig zu erkennen. Ärzte, Apotheker und Versicherte profitieren so gleichermaßen von einem transparenten Überblick über die aktuelle Medikation.
Damit wird das E-Rezept zu einem zentralen Motor der digitalen Transformation im Gesundheitswesen und schafft zugleich neue Geschäftsfelder für digitale Gesundheitsanbieter. Die wachsende Zahl eingelöster E-Rezepte zeigt, dass die Digitalisierung nicht nur Prozesse verändert, sondern auch ganze Versorgungsmodelle neu definiert.
Ausblick
Die Digitalisierung hat die Arzneimittelversorgung schon jetzt verändert. Während die gematik mit der Integration weiterer Anwendungsbereiche plant, etwa in der häuslichen Krankenpflege oder bei Heilmitteln, richtet auch DocMorris den Blick nach vorn. Das Unternehmen will 2026 die Gewinnschwelle erreichen und setzt auf KI-gestützte Effizienzsteigerungen im E-Commerce.










