Die Freie Apothekerschaft e. V. (FA) wendet sich mit einem formellen Antrag an das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS). Sie fordert ein sofortiges Einschreiten gegen Rabatt- und Bonusaktionen großer ausländischer Arzneimittelversender wie DocMorris oder Shop Apotheke. Nach Ansicht der FA unterlaufen diese Geschäftsmodelle die gesetzlich vorgeschriebene Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente. Damit gefährden sie sowohl den Wettbewerb als auch die Arzneimittelsicherheit.
Bereits mehrfach hatten Gerichte festgestellt, dass solche Rabatte und Boni im deutschen Markt unzulässig sind. Trotzdem setzen die Anbieter ihre Praktiken fort und die gesetzlichen Krankenkassen rechnen die Rezepte weiterhin mit den Versendern ab. Die FA sieht darin einen Verstoß gegen zentrale Vorgaben des Sozialgesetzbuches. Die Folge ist ein verzerrter Wettbewerb, bei dem die wohnortnahen Apotheken auf der Strecke bleiben.
Preisbindung als Schutzmechanismus
Die Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel soll eine verlässliche, flächendeckende und gleichwertige Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente sind überall einheitlich geregelt. So soll verhindert werden, dass ein ruinöser Preiskampf die Versorgungssicherheit gefährdet oder die Existenz kleinerer Apotheken bedroht.
Patientensicherheit gefährdet
„Wenn ausländische Versender ungestraft weiter Rechtsbrüche begehen dürfen, während Vor-Ort-Apotheken sich an die Regeln halten müssen, gefährdet das nicht nur die Existenz vieler Apotheken, sondern am Ende auch die Sicherheit und Versorgung der Patientinnen und Patienten. Wir brauchen jetzt ein klares Signal der Aufsichtsbehörden, dass Recht und Fairness gelten“, sagt Daniela Hänel, erste Vorsitzende der FA. Von den Aufsichtsbehörden erwartet der Verband deshalb ein deutliches Signal.
Juristische Unterstützung eingeschaltet
Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat die FA eine auf Sozialrecht spezialisierte Kanzlei beauftragt. Ob das BAS tatsächlich einschreitet, bleibt abzuwarten. Die Auseinandersetzung um Preisbindung, Rabatte und faire Wettbewerbsbedingungen im Apothekenmarkt hat mit dem Vorstoß der FA jedoch eine neue Eskalationsstufe erreicht. Für viele Vor-Ort-Apotheken geht es um nicht weniger als um ihre wirtschaftliche Existenz und für die Patienten um die Sicherheit einer wohnortnahen, verlässlichen Arzneimittelversorgung.










