Die Bundesapothekerkammer erinnert an mögliche Risiken im Umgang mit Arzneimitteln bei hohen Temperaturen und daran, dass Apotheken ihre Patienten auch während Hitzewellen zuverlässig versorgen. „Anhaltend hohe Temperaturen können einerseits die Wirkung von Medikamenten im Körper verändern, dann kann eine individuelle Dosisanpassung empfehlenswert sein“, sagt Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer. Andererseits könne eine Lagerung bei zu hohen Temperaturen Medikamente auch unbrauchbar machen.
Bestimmte Arzneimittel wie Diuretika, Blutdrucksenker, Schlaf- und Abführmittel können den Flüssigkeitshaushalt des Körpers beeinflussen. Wird durch starkes Schwitzen zusätzlich Flüssigkeit verloren, kann sich die Wirkung dieser Medikamente verstärken - mit möglichen unerwünschten Folgen. Auch transdermale Systeme wie Arzneipflaster geben bei erhöhter Hautdurchblutung vermehrt Wirkstoff ab. Das kann das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen.
Lagerbedingungen beachten
Nicht zu unterschätzen ist die richtige Lagerung. Für Apotheken gilt eine gesetzliche Höchsttemperatur von 25 Grad Celsius. Aber auch zu Hause sollten Arzneimittel möglichst kühl und trocken aufbewahrt werden. „Die meisten Arzneimittel kann man auch an einem heißen Sommertag ohne Bedenken aus der Apotheke nach Hause tragen“, so Hoffmann. „Sie sollten aber auf Dauer bei maximal 25 Grad gelagert werden.“
Einige Präparate, etwa Insuline, gehören in den Kühlschrank. Das ist an einem entsprechenden Hinweis auf der Verpackung erkennbar. Wichtig ist, Medikamente niemals in einem aufgeheizten Auto oder im feucht-warmen Badezimmer zu lagern. Beides kann die Wirksamkeit beeinträchtigen.
Überhitzte Medikamente entsorgen
Nicht immer sind Hitzeschäden auf den ersten Blick erkennbar. Während geschmolzene Zäpfchen oder veränderte Konsistenzen sichtbar sind, kann etwa bei Asthmasprays die Dosiergenauigkeit leiden. Das ist ein Sicherheitsrisiko. Grundsätzlich gilt: Überhitzte Medikamente sollten nicht weiterverwendet werden.
Bei Hitze richtig verhalten
Die Bundesapothekerkammer gibt ergänzend Tipps zum allgemeinen Hitzeschutz:
- Ausreichend trinken: mindestens 1,5 Liter täglich, Alkohol und stark gesüßte Getränke vermeiden
- Körper kühlen: lauwarme Duschen, feuchte Tücher oder Wassersprays auf Stirn und Handgelenken können helfen
- Sonne meiden: Aufenthalte in kühlen Räumen, Sonnenhut und UV-Schutzcreme nicht vergessen
- Leichte Kost: bevorzugt Gemüse und leicht verdauliche Speisen
- Medikamente richtig lagern: möglichst im kühlen Raum, nie im Auto oder Bad aufbewahren
Wer trotz Vorsichtsmaßnahmen unter Symptomen wie Schwindel, Erbrechen, Verwirrtheit oder Fieber leidet, sollte umgehend ärztliche Hilfe suchen.









