Im Jahr 2022 führten vermehrte Lieferengpässe bei verschiedenen Arzneimitteln zu erheblichen Herausforderungen für die Apotheken. Eine aktuelle Analyse des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) zeigt, wie sich diese Lieferprobleme auf die Arzneimittelabgaben in Apotheken auswirken. Die Untersuchung betrachtete den zeitlichen Verlauf der Rabatterfüllungsquoten sowie der Abgaben mit dokumentierter "Nichtverfügbarkeit von Rabattarzneimitteln" und "dringenden Fällen" im Zeitraum von Q1 2021 bis Q1 2023. Die Ergebnisse verdeutlichen den Mehraufwand, den Apotheken betreiben, um die Arzneimittelversorgung sicherzustellen und gleichzeitig wirtschaftlich zu agieren.
Rabatterfüllungsquote bei 94%
Die Analyse des DAPI zeigt einen leichten Rückgang der Rabatterfüllungsquote von durchschnittlich 95% im Zeitraum von Anfang 2021 bis Q3 2022 auf 94% in Q4 2022 und Q1 2023. Bei der Berechnung dieser Quote wurden Abgaben mit Sonderkennzeichen "Abweichende Abgabe" und den Hintergründen 2, 3 oder 4* nicht berücksichtigt.
Rabattarzneimittel vermehrt nicht verfügbar
Besonders auffällig ist der Anstieg der Abgaben mit dokumentierter Nichtverfügbarkeit von Rabattarzneimitteln. Im Zeitraum von Q1 2021 bis Q3 2022 stieg ihr Anteil moderat von 1,1% auf 1,8% der abgegebenen Packungen an. In Q3 2022 wurde ein sprunghafter Anstieg auf 4,3% und in Q1 2023 weiter auf 5,6% beobachtet.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Zahlen nicht die tatsächlichen Lieferengpässe widerspiegeln, sondern nur Abgaben repräsentieren, bei denen eine Alternative zu dem vorgesehenen Arzneimittel gefunden und abgegeben werden konnte. Fälle, in denen bestimmte Arzneimittel nicht verfügbar waren oder gar keine Arzneimittel aufgrund von Lieferschwierigkeiten abgegeben werden konnten, wurden nicht in die Analyse einbezogen.
Moderater Anstieg dringender Fälle
Der Anteil der Abgaben dringender Fälle, einschließlich derjenigen, die unter die SARS-CoV-2-Sonderregelungen fallen, stieg moderat von durchschnittlich 2,2% in Q1 2021 bis Q3 2021 auf 2,7% in Q4 2022 und 2,8% in Q1 2023.
Wirtschaftlichkeitsgebot trotz wachsender Herausforderungen erfüllt
Diese Werte deuten laut DAPI darauf hin, dass die Apotheken die Sonderregelungen verantwortungsbewusst nutzen. Bereits eine Analyse Instituts zu Beginn der Corona-Pandemie (Juli 2019 bis Dezember 2020) hatte gezeigt, dass die SARS-CoV-2-Ausnahmeregelungen bei der Abgabe von Arzneimitteln in Apotheken die Patientenversorgung verbesserten, ohne zusätzliche Kosten für das Gesundheitssystem zu verursachen.
Die Analysen verdeutlichten jedoch auch den erheblichen Mehraufwand, den Apotheken täglich leisteten, um Lieferengpässe zu bewältigen, eine sichere Patientenversorgung zu gewährleisten und gleichzeitig wirtschaftliche Aspekte bei der Arzneimittelabgabe zu berücksichtigen. Die Ergebnisse unterstreichen die wachsenden Herausforderungen, denen Apotheken aufgrund von Lieferengpässen bei Arzneimitteln gegenüberstehen. Sie verdeutlichen zudem die Bedeutung einer effizienten und koordinierten Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Großhändlern und Apotheken, um die Arzneimittelversorgung sicherzustellen.









