Der Aufwärtstrend im OTC-Markt der Vor-Ort-Apotheken verliert an Schwung. Laut aktuellen Zahlen von Insight Health stieg der Umsatz mit rezeptfreien Arzneimitteln und weiteren Selbstmedikationsprodukten von 2024 und März 2025 nur noch um 1,4 % und damit deutlich schwächer als in den Vorjahren (2023–2024: +2,7 %).
Am besten entwickelten sich noch apothekenpflichtige OTC-Arzneimittel mit einem Plus von 1,6 %, während nicht apothekenpflichtige Produkte mit 0,3 % nahezu stagnierten. Auch Nichtarzneimittel wie Kosmetika oder Nahrungsergänzung legten nur moderat zu (+1,3 %).
Nachholeffekt nach der Pandemie
Damit bestätigt sich ein abflachendes Wachstum, nachdem während der Pandemie 2020 und 2021 viele Menschen auf Versandapotheken ausgewichen waren. In der Zeit nach Corona kehrten viele Menschen zu früheren Routinen wie dem Einkauf vor Ort zurück. Nach pandemiebedingten Einbußen legte der Markt für frei verkäufliche Produkte in stationären Apotheken wieder zu. Nach einem minimalen Zuwachs von lediglich 0,4 % zwischen 2020 und 2021 stieg das nicht-rezeptpflichtige Sortiment in den Offizin-Apotheken von 2021 auf 2022 um 10,8 %, gefolgt von einem Anstieg von 4,4 % zwischen 2022 und 2023 und zuletzt um weitere 2,7 % von 2023 auf 2024.
Noch dynamischer als das Gesamtsortiment entwickelte sich der Umsatz mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln. Dieser schnellte 2022 um 14,8 % nach oben. Im Jahr 2023 fiel das Wachstum mit 3,9 % zwar moderater aus, blieb aber stabil. Von 2023 auf 2024 legte der Umsatz in diesem Segment nochmals um 2,6 % zu. Der Trend zeigt, dass sich die Nachfrage nach beratungsintensiven, rezeptfreien Präparaten erholt, wenn auch nicht mehr mit der Dynamik der unmittelbaren Zeit nach der Corona-Pandemie.
Stabiler Absatz bei Nichtarzneimitteln
Nichtarzneimittel wie Kosmetika, Nahrungsergänzungsmittel oder Medizinprodukte zeigten in den vergangenen Jahren eine insgesamt stabile Entwicklung in den Vor-Ort-Apotheken und das auch während der Pandemie. 2021 lag das Umsatzplus bei 2,2 %, 2022 zog die Nachfrage deutlich an (+6,3 %), 2023 blieb das Niveau mit 5,8 % Zuwachs hoch. Von 2023 auf 2024 schwächte sich das Wachstum zwar ab, doch mit einem Anstieg von 3,3 % blieb das Segment im Plus.
Deutlich volatiler präsentierte sich dagegen der Markt für nicht apothekenpflichtige Arzneimittel. 2021 verzeichneten sie in den Offizinen mit –9,3 % den stärksten Rückgang aller Segmente. Zwar folgte nach der Pandemie ein kurzes Umsatzhoch mit einem Umsatzanstieg von 4,9 %, doch schon 2023 setzte erneut ein Abwärtstrend ein (–4,1 %). Von 2023 auf 2024 sank der Umsatz in diesem Bereich nochmals um 3,9 %.
Versandapotheken wachsen weiter
Anders sieht die Lage im Versandhandel aus. Hier stieg der Umsatz mit OTC-Produkten im selben Zeitraum um 3,1 %, wie aktuelle Zahlen von DatamedIQ belegen. Vor allem apothekenpflichtige Mittel und Nichtarzneimittel sind gefragt. Auch nicht apothekenpflichtige Medikamente verzeichneten ein Plus von 1,7 %. Das ist ein Trend, der in der Offizin zuletzt rückläufig war.










