BAK-Symposium zu mehr Präventionsangeboten in Apotheken

Mit dem Positionspapier „In eine gesunde Zukunft mit der Apotheke“ plädiert die ABDA für eine stärkere Rolle der Apotheken bei Prävention, Früherkennung und Therapiebegleitung.

Apothekerin beraet Frau

Die Bundesapothekerkammer stellte beim diesjährigen Symposium das Thema Prävention in den Mittelpunkt. Hintergrund ist das Positionspapier der ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände): „In eine gesunde Zukunft mit der Apotheke“. Darin betont sie, dass Apotheken künftig Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen noch stärker anbieten sollen. Damit können Bürger unkompliziert Gesundheitschecks nutzen und frühzeitig gesundheitliche Risiken erkennen.

Apotheken stärker in Prävention einbinden

Prävention steigert nicht nur die Gesundheit jedes Einzelnen, sondern entlastet auch das Gesundheitssystem, da chronische Erkrankungen vermieden oder frühzeitig behandelt werden können. Ein wichtiger Baustein sind Impfungen, die längst zum festen Präventionsangebot der Apotheken gehören. Mit dem Positionspapier setzt die ABDA ein deutliches Signal an Politik und Öffentlichkeit. Angesichts des Fachkräftemangels, der Überlastung von Arztpraxen und einer alternden Bevölkerung fordern Apotheker eine intensivere Einbindung in die Gesundheitsversorgung.

Zentrale Elemente des Präventionsangebots

Die Apothekerschaft möchte sich mit den folgenden drei Versorgungsleistungen zukünftig stärker einbringen:

  • Schnellere Arzneimittelversorgung: Apotheken sollen in bestimmten Fällen Medikamente direkt abgeben dürfen – beispielsweise bei Lieferengpässen, für Dauermedikation oder leichte Erkrankungen wie Harnwegsinfekte.
  • Mehr Prävention und Früherkennung: Impfungen, Screenings und Gesundheitschecks könnten wohnortnah angeboten werden, um Krankheiten vorzubeugen und frühzeitig zu erkennen.
  • Stärkere Therapiebegleitung: Apotheken wollen Patienten intensiver unterstützen, etwa durch strukturiertes Medikationsmanagement, digitale Beratung und Services zur Therapietreue.

Entlastung für Ärzte

Die ABDA betont, dass die Versorgungsleistungen nicht nur Patienten zugutekommen, sondern auch Arztpraxen und Notdienste entlasten und die Versorgungssicherheit im ländlichen Raum stärken sollen. Erfahrungen aus Ländern wie Frankreich oder Kanada zeigen, dass eine solche Rollenerweiterung erfolgreich umgesetzt werden kann.

Finanzierung und Honorierung noch unklar

Die Standesvertretung betont jedoch, dass ohne eine verbesserte Finanzierung und angemessene Honorierung die Übernahme zusätzlicher Aufgaben nicht möglich ist. Nun sei die Politik gefragt, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Apotheke vor Ort als tragende Säule im Gesundheitswesen der Zukunft zu sichern. Das Bundesgesundheitsministerium erklärte bereits, dass es die Rolle der Apotheken als Gesundheitsdienstleister stärken möchte. Die Frage der angemessenen Honorierung bleibt weiterhin ungeklärt.
 

Autor:
Stand:
25.09.2025
Quelle:
  1. ABDA: Pressemitteilung, 19.09.2025 
  2. ABDA: Positionspapier: In eine gesunde Zukunft mit der Apotheke, 10.04.2025
  3. Bundesministerium für Gesundheit: Pressemitteilung, 16.09.2025
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