Der Nacht- und Notdienstfonds des Deutschen Apothekerverbands (NNF) schüttet für das erste Quartal 2025 eine deutlich erhöhte Notdienstpauschale aus: 556,22 Euro erhalten Apotheken für jeden geleisteten Vollnotdienst.
Der Wert ist ein neuer Höchststand seit Einführung des Systems. Im Vergleich zum Vorquartal (Q4/2024: 483,14 Euro) ergibt sich ein Anstieg um 73,08 Euro. Das entspricht einer Erhöhung von 15,13 %.
Weniger Notdienste – höhere Vergütung
Die kräftige Steigerung der Pauschale erklärt sich nicht durch ein höheres Gesamtbudget, sondern durch einen deutlichen Rückgang der geleisteten Dienste. Im ersten Quartal 2025 wurden bundesweit 75.800 Vollnotdienste gezählt. Das sind rund 12.000 weniger als im Vorquartal (88.061 Dienste). Damit setzt sich ein Trend fort. Im Jahresdurchschnitt 2023 lag die Zahl der Notdienste noch bei etwa 95.000 pro Quartal, 2024 waren es knapp 88.000.
Ein wesentlicher Grund für den Rückgang liegt in der Optimierung der Notdienstverteilung. Inzwischen setzen die Kammerbezirke Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz auf geodatenbasierte Systeme. Dadurch konnten die Notdienste in diesen Regionen stark reduziert werden. Es fielen 43 % der Dienste in Hessen und Rheinland-Pfalz, 34 % in Bayern und 24 % in Baden-Württemberg weg und das ohne Einbußen bei der Erreichbarkeit für Patienten.
Ausschüttungsvolumen stabil – Divisor schrumpft
Die für die Pauschale verfügbare Summe blieb im Vergleich zum Vorquartal nahezu konstant. Zum Stichtag 6. Juni 2025 wiesen die Treuhandkonten des NNF einen Einnahmenstand von 42.162.648,94 Euro aus. Nach Abzug der Verwaltungskosten (1.000 Euro) stand dieser Betrag zur Auszahlung bereit. Da weniger Dienste abgerechnet werden mussten, erhöhte sich der Zuschuss pro Apotheke.
Die Berechnung der Pauschale erfolgt gemäß § 20 Absatz 3 ApoG nach dem sogenannten Einnahmenprinzip. Maßgeblich sind die bis zur Frist eingegangenen Mittel auf dem NNF-Konto. Nicht fristgerecht eingegangene Gelder werden auf das nächste Quartal übertragen.
Rx-Abgabemenge bleibt stabil
Außer auf die Notdienstzahlen wird bei dem Quartalszahlen auch ein Blick auf den Arzneimittelabsatz geworfen. Im ersten Quartal 2025 wurden 200.629.124 Rx-Packungen abgegeben. Das entspricht einem leichten Rückgang von -1,06 % gegenüber dem Vorquartal, aber einem Zuwachs von +1,79 % im Vergleich zum ersten Quartal 2024. Damit bleibt der Bedarf an verschreibungspflichtigen Arzneimitteln trotz aller Strukturveränderungen stabil.
Auszahlung läuft – digital oder postalisch
Apotheken, die dem elektronischen Bescheidversand zugestimmt haben, erhalten die Auszahlungsbescheide für Notdienste, TI-Monatspauschalen und pharmazeutische Dienstleistungen als Einzelbescheide per E-Mail. Alle anderen erhalten die Dokumente gesammelt per Post.









