Der Bundesverband Pharmazeutisch-technischer AssistentInnen (BVpta) hat sich mit einem offenen Brief an den ABDA-Präsidenten Thomas Preis gewandt. Anlass sind wiederholte Äußerungen zur Rolle der PTA, die nach Ansicht des Verbandes ein überholtes Berufsbild zementieren. Statt die Kompetenzen der PTA zu stärken, halte die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. an einer Haltung fest, die der Realität in den Apotheken längst nicht mehr gerecht werde.
PTA als Säulen der Arzneimittelversorgung
„Mit wachsendem Unverständnis“ verfolge man die Stellungnahmen der ABDA zur Rolle der PTA, schreiben die Bundesvorsitzende Anja Zierath und ihre Stellvertreterin Ute Jobes. PTA leisten seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur Arzneimittelversorgung. Die wiederholte Darstellung, sie könnten in bestimmten Bereichen keine Verantwortung übernehmen, sei fachlich unbegründet und eine Missachtung eines ganzen Berufsstandes.
„Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel ist es unverantwortlich, vorhandene Kompetenzen kleinzureden oder deren Potenzial ungenutzt zu lassen“, heißt es im Schreiben. Stattdessen brauche es klare Perspektiven und moderne Konzepte, um den Beruf zukunftsfähig und attraktiv zu gestalten.
Debatte um Vertretungsbefugnis
Die Forderung nach einer Aufwertung des PTA-Berufs ist nicht neu. Bereits 2021 während der COVID-19-Pandemie hatte CDU-Gesundheitspolitiker Alexander Krauß vorgeschlagen, erfahrene PTA könnten Apotheker in Urlaubs- oder Krankheitszeiten kurzfristig vertreten. Hintergrund war schon damals der zunehmende Personalmangel in Apotheken. Carmen Steves, damalige BVpta-Bundesvorsitzende, begrüßte den Vorschlag ausdrücklich. Eine Vertretungsbefugnis für qualifizierte PTA könne helfen, Versorgungslücken zu schließen, ohne das Versorgungsniveau zu gefährden.
Standardisierte Weiterbildung
Der Verband betonte bereits 2021, dass eine Aufwertung des PTA-Berufs längst überfällig sei, und zwar nicht aus Prestigegründen, sondern um den steigenden Anforderungen im Apothekenalltag gerecht zu werden. Eine bundesweit einheitliche Zusatzqualifikation könnte erfahrenen PTA neue Kompetenzen und mehr Eigenverantwortung bis hin zur Vertretungsbefugnis in definierten Grenzen ermöglichen. In Frage käme zum Beispiel ein Bachelorstudium, das wissenschaftliches Denken fördern und den Beruf attraktiver machen könnte.
BVpta fordert Dialog statt Stillstand
Im aktuellen offenen Brief fordert der Verband ABDA-Präsident Preis nun zu einem klärenden Gespräch auf. Ziel müsse sein, gemeinsam tragfähige Modelle für eine moderne Apothekenpraxis mit klar definierten Verantwortlichkeiten und neuen Karrierewegen zu entwickeln. „Ein bloßes Festhalten an alten Strukturen kann und darf nicht die Antwort auf die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen sein“, sagt der BVpta. Statt die Grenzen des Berufsstands zu betonen, müsse die ABDA endlich Wege aufzeigen, wie PTA ihre Kompetenzen künftig gezielt zum Nutzen der Teams und der Patientenversorgung gleichermaßen einbringen können.









