PHAGRO-Mitgliederversammlung: Warnung vor Leistungseinschränkungen

Auf seiner Mitgliederversammlung hat der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels die Politik vor wirtschaftlicher Überlastung des Großhandels gewarnt. Mit Blick auf drohende Leistungseinschränkungen fordert er die Beibehaltung der gesetzlichen Mindestvergütung.

Warenlieferung Apotheke

Der PHAGRO – Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels – hat auf seiner Mitgliederversammlung an die Politik appelliert, den vollversorgenden Großhandel nicht weiter finanziell zu schwächen. Nur mit einer stabilen wirtschaftlichen Basis könne dieser seine zentrale Rolle in der Arzneimittelversorgung auch künftig zuverlässig erfüllen.

Klares Bekenntnis zur Versorgungssicherheit

„Als eine Branche, ohne die eine flächendeckende Arzneimittelversorgung in Deutschland undenkbar wäre, ist es unsere Pflicht, entschieden vor negativen Folgen politischer Maßnahmen zu warnen“, betonte Marcus Freitag (PHOENIX Pharmahandel), der seit 2023 amtierender Vorsitzende ist und nun für zwei Jahre wiedergewählt wurde. Er kündigte an, sich auch weiterhin mit Nachdruck für die Interessen des Großhandels in Berlin einzusetzen.

Kerem Inanc, der nun in den geschäftsführenden Vorstand vorrückt, sagte: „Eine Stärkung der Apotheken, wie im Koalitionsvertrag angekündigt, unterstützen wir ausdrücklich. Aber sie darf nicht durch einseitige Schwächung des Pharmagroßhandels umgesetzt werden. Wir brauchen eine gesicherte Mindestvergütung zum Erhalt unserer Leistungsfähigkeit und zur Erfüllung des gesetzlichen Versorgungsauftrags.“

Warnung vor wirtschaftlicher Erosion

Hintergrund der Kritik sind politische Überlegungen, das bisherige Skonto-Verbot aufzuheben. Die Mitgliedsunternehmen des PHAGRO warnen davor, den gesetzlichen Festzuschlag von 73 Cent pro Packung infrage zu stellen. Schon jetzt liegt die durchschnittliche Großhandelsmarge mit 3,77 % auf einem historischen Tiefstand. Eine weitere Aushöhlung der Vergütung könne drastische Leistungseinschränkungen mit sich bringen mit direkten Folgen für Apotheken und Patienten.

Verlässlichkeit als Kernkompetenz

Über 17.000 Apotheken in Deutschland verlassen sich täglich auf die schnelle und flächendeckende Belieferung durch den vollversorgenden Großhandel. Diese Leistungsfähigkeit dürfe durch politische Fehlsteuerung nicht gefährdet werden, so der PHAGRO. Der Verband signalisiert gleichzeitig Offenheit für sachgerechte Reformen, die das bestehende Versorgungssystem stärken, nicht schwächen.

Über PHAGRO

Im PHAGRO sind acht vollversorgende pharmazeutische Großhändler mit insgesamt 100 Niederlassungen organisiert. Sie stellen ein herstellerneutrales, bedarfsorientiertes Vollsortiment an apothekenpflichtigen Arzneimitteln und apothekenüblichen Waren bereit. Das hat das Ziel, die Versorgung der Patienten über öffentliche Apotheken schnell und flächendeckend sicherzustellen.

Autor:
Stand:
31.05.2025
Quelle:
  1. Bundesverband PHAGRO e. V.: Pressemitteilung, 23.05.2025.
  2. Bundesverband PHAGRO e. V.: Über uns. Wir sind die Vollversorger.
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