Der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels hat seine Positionen zur Bundestagswahl veröffentlicht und fordert mehr Engagement für eine sichere Arzneimittelversorgung in Deutschland. „Als Teil der kritischen Infrastruktur leistet der vollversorgende pharmazeutische Großhandel einen zentralen Beitrag zur flächendeckenden Versorgung,“ sagen die PHAGRO-Geschäftsführer Michael Dammann und Thomas Porstner.
Gesundheit als wahlentscheidende Frage
Die Gesundheit der Menschen in Deutschland ist ein hohes Gut, heißt es in dem Positionspapier. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des PHAGRO sehen neun von zehn Befragten in der Verfügbarkeit von Arzneimitteln einen Gradmesser für die Qualität des Gesundheitssystems. Die flächendeckende Versorgung der Apotheken mit mehr als 100.000 verschiedenen Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten gehört zur Kernkompetenz des vollversorgenden pharmazeutischen Großhandels, der täglich rund 17.000 Apotheken beliefert.
Damit diese wichtige Aufgabe auch in Zukunft erfüllt werden kann, fordert der PHAGRO nach der Bundestagswahl 2025 verantwortungsvolle Entscheidungen. Der Verband hat drei zentrale Forderungen formuliert.
Gesicherte Vergütung
Der pharmazeutische Großhandel benötigt eine gesicherte gesetzliche Vergütung, um seinen gesetzlichen Versorgungsauftrag erfüllen zu können. Der Großhandelsfestzuschlag von aktuell 73 Cent muss als Mindestpreis erhalten bleiben. Zusätzlich fordert der PHAGRO eine Anpassung der Arzneimittelpreisverordnung, um die wirtschaftliche Grundlage der Branche zu stabilisieren.
Absicherung des Versorgungsauftrags
Um die Versorgung der Bevölkerung in Deutschland trotz Lieferengpässen sicherzustellen, leisten die PHAGRO-Mitgliedsunternehmen erhebliche Anstrengungen. Dazu zählen insbesondere die frühzeitige Beschaffung und die erweiterte Lagerhaltung von versorgungskritischen Arzneimitteln, die den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen deutlich überschreiten. „Der Versorgungsauftrag kann aber nur erfüllt werden, wenn die pharmazeutischen Unternehmer unsere Mitgliedsunternehmen entsprechend der aktuellen und voraussichtlichen Bedarfe beliefern,“ sagt PHAGRO-Geschäftsführer Dammann. Daher fordert der PHAGRO, dass der Belieferungsanspruch des Großhandels gegenüber pharmazeutischen Unternehmern auch durch die zuständigen Aufsichtsbehörden durchgesetzt wird.
Verbindliche Temperaturkontrollen
Der vollversorgende Großhandel hält strenge gesetzliche Vorgaben zur Lagerung und zum Transport von Arzneimitteln ein. Bei Versandapotheken aus dem EU-Ausland gibt es oft keine vergleichbaren Kontrollen. Der PHAGRO fordert eine strengere Überwachung des Arzneimittelversands aus dem Ausland, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.
Gesundheitsversorgung sichern
Angesichts einer alternden Gesellschaft ist die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung ein zentrales Thema für Wähler. Der PHAGRO fordert die neue Bundesregierung auf, die Versorgungs- und Arzneimittelsicherheit auf die gesundheitspolitische Agenda zu setzen, um die Qualität und Sicherheit im Gesundheitssystem zu erhalten.
Mit einem Umsatz von 42,4 Milliarden Euro und rund 15.700 Beschäftigten leistet der vollversorgende pharmazeutische Großhandel einen zentralen Beitrag zur Gesundheitsversorgung in Deutschland.










