Resolution „Mehr Apotheke wagen“ verabschiedet

Auf dem Deutschen Apothekertag 2024 wurde eine Resolution verabschiedet, die Bundesgesundheitsminister Lauterbachs Apothekenreform ablehnt. Stattdessen fordern die Apotheker eine stärkere Unterstützung für die wohnortnahe Arzneimittelversorgung.

Apothekensymbol

Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker hat am 9. Oktober 2024 mit großer Mehrheit eine Resolution unter dem Titel „Mehr Apotheke wagen“ verabschiedet. Zuvor richtete Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach eine Online-Botschaft an die Delegierten und verteidigte darin sein geplantes Apothekenreformgesetz.

In der verabschiedeten Resolution fordert die Apothekerschaft die Bundesregierung dazu auf, Lauterbachs Gesetz abzulehnen. Stattdessen verlangen die Apothekerinnen und Apotheker eine Reform, die die wohnortnahe und sichere Arzneimittelversorgung durch Apotheken vor Ort stärkt und zukunftssicher macht.

Resolution im Wortlaut

„Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert die Bundesregierung auf, das von Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach vorgelegte Apothekenreformgesetz abzulehnen.

Stattdessen brauchen die Patientinnen und Patienten eine Reform, die die wohnortnahe, sichere Arzneimittelversorgung durch die heilberuflich geführten Apotheken vor Ort nachhaltig stärkt und zukunftsfähig macht.

Die Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gefährden die bewährte Versorgung der Bevölkerung massiv. Sie führen zur faktischen Abschaffung der Apothekerinnen und Apotheker in den Apotheken vor Ort und damit zu einem erheblichen Qualitätsverlust in der Patientenversorgung. Ohne das Fachwissen und die unabhängige Beratung durch Apothekerinnen und Apotheker ist eine sichere und verlässliche Versorgung der Menschen nicht mehr gewährleistet. Für die Patientinnen und Patienten entstehen zudem Leistungskürzungen, weil viele Leistungen der vollversorgenden Apotheken ohne anwesende Apothekerinnen und Apotheker nicht mehr erbracht werden können.

Die Apotheke vor Ort als niedrigschwellige und heilberuflich geführte Einrichtung würde zu einer reinen Abgabestelle degradiert. Dieser Rückschritt wäre verheerend für die Gesundheitsversorgung in Deutschland. Statt Apotheken zu schwächen, müssen ihre Kompetenzen gestärkt und ausgebaut werden.

Zudem fordern die Hauptversammlung die Bundesregierung auf, umgehend finanzielle Soforthilfen für Apotheken bereitzustellen, um die akute Schließungswelle zu stoppen.“

Rede von Overwiening

ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening hatte bereits zuvor den Deutschen Apothekertag 2024 in München mit einer entschlossenen Rede eröffnet. Sie sprach sich darin klar gegen die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums aus, nach denen in vielen Apotheken keine Apothekerinnen und Apotheker mehr vor Ort sein sollen.

Overwiening forderte stattdessen eine stärkere Einbindung der pharmazeutischen Expertise in die Gesundheitsversorgung. Die ABDA-Präsidentin betonte die Notwendigkeit, Apotheken als zentrale Gesundheitsdienstleister zu erhalten und ihre Rolle auszubauen, insbesondere angesichts des medizinischen Fortschritts und der Digitalisierung. Sie warnte, dass der Versuch, Apotheken zu reinen Abgabestellen zu degradieren, der Gesundheitsversorgung schaden würde.

Autor:
Stand:
17.10.2024
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