Retax-Risiko: Berufsbezeichnung auf E-Rezepten

Eine fehlende oder unklare Berufsbezeichnung auf dem E-Rezept macht dieses ungültig und birgt ein Retaxations-Risiko für Apotheken. Die Facharztbezeichnung sollte daher genau geprüft werden. Der DAV setzt sich für eine technische Lösung ein, um die Retax-Gefahr zu minimieren.

Apothekerin Stopp

Mit der verpflichtenden Einführung des E-Rezeptes soll die Arzneimittelversorgung erleichtert werden. Allerdings treten mit der weitreichenden Nutzung auch einige Herausforderungen in der Praxis zutage. Einer dieser kritischen Aspekte ist die Notwendigkeit, die korrekte Berufsbezeichnung des verschreibenden Arztes auf jedem E-Rezept anzugeben.

Retax-Risiko bei fehlender Berufsbezeichnung

Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 AMVV (Arzneimittelverschreibungsverordnung) ist die Angabe der Berufsbezeichnung für eine ordnungsgemäße Verordnung unerlässlich. Problematisch ist dabei, dass im Bereich der E-Rezepte keine Möglichkeit der nachträglichen Korrektur besteht. Fehlt die Berufsbezeichnung, ist das Rezept ungültig und kann nicht beliefert werden.

Diese Strenge stellt sicher, dass nur qualifizierte und entsprechend ausgewiesene Fachärzte Arzneimittel verschreiben, birgt allerdings auch ein Retaxations-Risiko für Apotheken. Aktuell können Ärzte die Berufsbezeichnung manuell in das Praxisverwaltungssystem (PVS) eingeben, was zu Fehlern führen kann.

Berufsbezeichnung genau prüfen

Daher wird empfohlen, die Berufsbezeichnung bei jedem E-Rezept zu prüfen. Es muss beachtet werden, ob die Berufsbezeichnung vorhanden und sinnhaft ist. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) rät den Apotheken, bei unklaren oder fehlenden Berufsbezeichnungen das E-Rezept an den Arzt zurückzuweisen und eine Neuausstellung zu verlangen. Diese Vorgehensweise soll sie vor potenziellen finanziellen Verlusten schützen.

Technische Herausforderungen und Lösungsansätze

Der Spitzenverband der Krankenkassen (GKV-SV) und der DAV setzen sich für technische Änderungen ein, die das Risiko einer fehlerhaften Berufsbezeichnung minimieren sollen. Die Idee ist, einen vorgegebenen Auswahlkatalog von Facharztbezeichnungen im PVS zu implementieren, um Fehleingaben zu minimieren. Eine strenge Auswahlmöglichkeit und die Sperrung von Freitextfeldern sollen Fehler ausschließen und die Retax-Gefahr für Apotheken reduzieren.

  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden
Orphan Disease Finder
Orphan Disease Finder

Hier können Sie seltene Erkrankungen nach Symptomen suchen: