Mit der Ausrufung eines nationalen wirtschaftlichen Notstands hat US-Präsident Donald Trump neue weitreichende Strafzölle auf Importe angekündigt. Diese Maßnahme betrifft zahlreiche Branchen weltweit. Arzneimittel bleiben jedoch vorerst außen vor. Die Europäische Union reagiert mit Kritik und kündigt an, mögliche Gegenmaßnahmen zu prüfen.
Strafzölle für Importe
Die neuen Maßnahmen sehen einen pauschalen Zoll von 10 % auf alle Importe vor, der ab dem 5. April 2025 in Kraft tritt. Ab dem 9. April folgen zusätzliche höhere Strafzölle auf Importe aus Ländern mit besonders hohen Handelsüberschüssen gegenüber den USA. Für EU-Einfuhren sollen 20 % Steuern anfallen. Ziel sei es laut Trump, die wirtschaftliche Souveränität der Vereinigten Staaten wiederherzustellen und unfairen Handelspraktiken entgegenzuwirken.
Arzneimittel ausgenommen
Von den Maßnahmen sind vorerst noch Arzneimittel ausgenommen, medizinische Geräte und Diagnoseausrüstung allerdings anscheinend nicht. Für die globale Versorgung mit Arzneimitteln bedeutet das vorerst Entwarnung. Die Lieferketten im pharmazeutischen Bereich sollen nach offizieller Lesart nicht gefährdet werden. Das ist eine Lehre aus den Lieferengpässen während der COVID-19-Pandemie.
Reaktion aus Brüssel
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen äußerte sich in Reaktion auf die US-Ankündigungen kritisch. Sie bedauerte, dass die Einführung universeller Zölle, die auch europäische Exporte treffen, einen schweren Schlag für die Weltwirtschaft bedeute. Nach ihrer Einschätzung würden die Zölle zu erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten führen und den Protektionismus weiter anheizen.
Belastungen für Unternehmen weltweit
Von der Leyen warnte davor, dass die Maßnahme Verbraucher weltweit treffen könne, etwa durch steigende Preise bei Lebensmitteln, Medikamenten und Transportkosten. Sie würden sowohl große als auch kleine Unternehmen unmittelbar belastet. Die EU-Kommissionspräsidentin betonte, dass die EU bereits an einem ersten Paket von Gegenmaßnahmen arbeite, um die europäischen Interessen zu schützen.
„Europa steht zusammen, für die Menschen, für die Unternehmen, für alle Europäerinnen und Europäer“, so von der Leyen. Sie rief aber auch zu vermehrten Verhandlungen auf, um den transatlantischen Handel zu stabilisieren.
Folgen für die Arzneimittelproduktion
Auch Pharma Deutschland-Chefin Dorothee Brakmann warnt vor den gravierenden Folgen eines Handelskriegs mit den USA. Sie befürchtet, dass die Strafzölle zu deutlich höheren Preisen und einer schlechteren Verfügbarkeit von Therapien führen wird. Die Produktionskosten könnten erheblich steigen.
Brakmann betont, dass es nun um den klaren Konsens gehen muss, in eine resiliente Arzneimittelversorgung zu investieren, indem diversifizierte Lieferketten etabliert und mehr Produktion nach Europa geholt wird. Es gelte, sich gegen eine zunehmend erratische US-Handelspolitik zu desensibilisieren und statt in einen sinnlosen Handelskrieg zu investieren, die Versorgungssicherheit nachhaltig zu stärken.










