Die COVID-19-Pandemie bleibt auch im Jahr 2024 ein zentrales Thema in der Medizin, insbesondere aufgrund der ständigen Mutationen des Virus. Ein neuer, an die Omikron-Variante JN.1 angepasster mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist nun verfügbar.
Verfügbarkeit und Bestellprozess
Arztpraxen können den neuen Impfstoff Comirnaty JN.1 erstmals für die Woche ab dem 12. August bestellen. Bestellungen müssen bis spätestens 6. August, 12 Uhr, bei den Apotheken eingereicht werden. Die wöchentliche Bestellmöglichkeit bleibt bestehen. Es ist wichtig, auf dem Rezept den genauen Impfstoffnamen anzugeben und das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) als Kostenträger zu nennen (IK 103609999).
Zulassung und Dosierungen
Comirnaty JN.1 ist seit Anfang Juli in der Europäischen Union zugelassen und kann sowohl für die Grundimmunisierung als auch für Auffrischimpfungen verwendet werden. Der Impfstoff steht in drei verschiedenen Dosierungen zur Verfügung.
Altersklasse | Kappenfarbe | Verdünnung | Dosen pro Vial |
Säuglinge und Kleinkinder | Gelb | Ja (mit NaCl-Lösung) | 3 |
Kinder | Dunkelblau | Nein (Fertiglösung) | 6 |
Jugendliche und Erwachsene | Grau | Nein (Fertiglösung) | 6 |
Lagerung und Haltbarkeit
Die Lagerung und Haltbarkeit des neuen Impfstoffs entsprechen den bisherigen Vorgaben für die COVID-19-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer.
- Aufgetaut und ungeöffnet: 10 Wochen im Kühlschrank bei 2 °C bis 8 °C (inklusive Zeit für Auftauen und Transport)
- Aufgetaut und ungeöffnet: 12 Stunden bei 8 °C bis 30 °C
- Geöffnet: Innerhalb von 12 Stunden verimpfen, Lagerung bei 2 °C bis 30 °C
Dies erleichtert die Handhabung in den Praxen. Zubehör wie Spritzen und Kanülen müssen weiterhin separat über die Apotheken bestellt werden.
Abrechnung und Dokumentation
COVID-19-Impfungen mit Comirnaty JN.1 werden mit der Pseudonummer 88345 abgerechnet. Seit dem 1. Juli ist die wöchentliche Dokumentation nicht mehr erforderlich. Die Dokumentation erfolgt nun, wie bei anderen Impfungen auch, in der Patientenakte und im Impfausweis.
Einstellung der Auslieferung von XBB.1.5-Impfstoffen & Entsorgung
Mit der Einführung des JN.1-Impfstoffs stellt der Bund die Auslieferung der XBB.1.5-Impfstoffe ein. Vorhandene Bestände sollten fachgerecht entsorgt werden. Eine Übergangsversorgung für die 5- bis 11-Jährigen wird durch eine letzte Charge des XBB.1.5-Impfstoffs bis zum 31. August sichergestellt.
Ab dem 1. September ist der proteinbasierte Impfstoff Nuvaxovid XBB.1.5 von Novavax nicht mehr verfügbar und muss ebenfalls entsorgt werden.
Da der Impfstoff gegen die JN.1-Variante besser vor einer schweren Infektion schützt, sollten bis zum 12. August die noch in Arztpraxen vorhandenen Vials der Impfstoffe gegen die XBB.1.5-Varianten fachgerecht entsorgt werden.
Epidemiologische Lage und Impfempfehlungen
In Deutschland dominiert derzeit die Omikron-Sublinie JN.1, insbesondere die Unterlinien KP.3 und KP.2. Der neue an die Omikron-Variante JN.1 angepasste mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer bietet einen verbesserten Schutz vor den aktuell zirkulierenden Virus-Varianten.
Obwohl die Zahl schwerer Atemwegsinfektionen niedrig bleibt, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) besonders gefährdeten Gruppen eine jährliche Auffrischimpfung im Herbst. Dazu gehören Menschen ab 60 Jahren und Personen mit relevanten Grunderkrankungen.










