Simultane Covid-19- und Influenzaimpfung: Sicherheit und Verträglichkeit bestätigt

Die simultane Verabreichung von Covid-19- und Grippeimpfstoffen zeigt vergleichbare Reaktionen wie die sequenzielle Impfung und spart Patienten einen zusätzlichen Arztbesuch.

Senioren Impfung

Mit Beginn der Herbstsaison und den steigenden Infektionszahlen sollten sich Risikogruppen sowohl gegen Covid-19 als auch Influenza impfen lassen. Um die Zahl der Arztbesuche zu minimieren, bevorzugen viele Menschen eine kombinierte Impfung. Die Frage nach der Sicherheit und Verträglichkeit dieser parallelen Verabreichung gewinnt somit an Bedeutung, insbesondere angesichts der Befürchtung, dass eine gleichzeitige Impfung systemische Reaktionen verstärken könnte. Eine Studie hat kürzlich die Sicherheit der simultanen Verabreichung eines mRNA-Covid-19-Impfstoffs und eines inaktivierten quadrivalenten Influenzaimpfstoffs (IIV4) untersucht. Und bewertet, ob die kombinierte Gabe hinsichtlich der Häufigkeit und Intensität der Reaktionen einer sequenziellen Impfung überlegen oder gleichwertig ist. Die Ergebnisse wurden in der medizinischen Open-Access-Zeitschrift 'JAMA Network Open' veröffentlicht.

Vergleich von gleichzeitiger und gestaffelter Verabreichung

Zwischen Oktober 2021 und Juni 2023 führten Forschende an drei US-amerikanischen Standorten eine randomisierte, placebokontrollierte klinische Studie mit 335 Teilnehmenden ab fünf Jahren durch. Alle Teilnehmenden wurden sowohl gegen Covid-19 als auch gegen Influenza geimpft.

Die Probanden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Die simultane Gruppe erhielt beide Impfstoffe am selben Tag, wobei eine intramuskuläre Injektion in jeden Arm verabreicht wurde. Die sequenzielle Gruppe erhielt die Covid-19-Impfung beim ersten Besuch und den Grippeimpfstoff (oder ein Placebo) 1–2 Wochen später. Die Forscher erfassten systemische Reaktionen (Fieber, Schüttelfrost, Myalgie und Arthralgie) sowie lokal begrenzte Reaktionen für sieben Tage nach jeder Impfung.

Ähnliche Reaktionen bei simultaner und sequenzieller Verabreichung

In beiden Gruppen traten systemische Reaktionen ähnlich häufig auf. In der simultanen Gruppe berichteten 25,6% der Teilnehmenden über mäßige bis schwere Impfreaktionen im Vergleich zu 31,3% in der sequenziellen Gruppe. Die adjustierte Differenz betrug -5,6 Prozentpunkte und erfüllte somit das Kriterium der Nicht-Unterlegenheit.

Die Nebenwirkungen umfassten typischerweise Fieber, Schüttelfrost, Myalgie und Arthralgie, deren Häufigkeit und Schweregrad bei simultaner und sequenzieller Impfung nahezu identisch waren. Zusätzlich ergaben sich keine Unterschiede bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen oder unerwarteten Nebenwirkungen über die gesamte Beobachtungszeit von 121 Tagen.

Bedeutung der Ergebnisse für die klinische Praxis

Diese Ergebnisse stützen die Vermutung, dass die simultane Verabreichung von mRNA-Covid-19- und Influenzaimpfstoffen eine sichere und gut verträgliche Alternative zur sequenziellen Impfung ist. Insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Personen, die unnötige Arztbesuche vermeiden möchten, stellt die gleichzeitige Impfung eine bequeme und sichere Alternative dar. Die Befürchtung, dass die gleichzeitige Verabreichung zu verstärkten systemischen Reaktionen führt, konnte durch die Studienergebnisse entkräftet werden.

Autor:
Stand:
16.01.2025
Quelle:

Walter, E. B. et al. (2024): Safety of Simultaneous vs Sequential mRNA COVID-19 and Inactivated Influenza Vaccines. JAMA Network Open, DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2024.43166.

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