Neue SARS-CoV-2-Variante XEC: Kein Grund zur Besorgnis

Die neue SARS-CoV-2-Variante XEC wurde erstmals im Juni 2024 in Deutschland nachgewiesen und breitet sich vorwiegend in Europa aus. Die aktualisierten Covid-19-Impfstoffe schützen aber voraussichtlich auch bei dieser Variante vor schweren Krankheitsverläufe.

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Die neue SARS-CoV-2-Variante XEC wurde im Juni in Deutschland erstmals identifiziert. Sie ist vor allem in Mitteleuropa verbreitet und macht 10% der Fälle aus. In den kommenden Monaten könnte sie andere im Umlauf befindliche Varianten verdrängen und sich durchsetzen, heißt es in einem Kommentar des Science Media Centre. Den Experten zufolge hat XEC möglicherweise einen kleinen Vorteil bei der Übertragung, jedoch sollten die aktuellen Impfstoffe weiterhin wirksam vor schweren Verläufen und Hospitalisierungen schützen.

XEC-Variante: Herkunft und Ausbreitung

Forschende der Universität Glasgow haben kürzlich auf der Plattform 'The Conversation' eine erste Analyse von XEC veröffentlicht. Bei XEC handelt es sich um eine rekombinante SARS-CoV-2-Variante, die aus der genetischen Kombination der Varianten KS.1.1 und KP.3.3 hervorgegangen ist. Beide „Elternvarianten“ sind eng verwandt, da sie sich aus der Anfang 2024 weltweit dominierenden JN.1-Variante entwickelt haben.

Von KS.1.1 übernahm XEC die seltene Mutation T22N, während sie von KP.3.3 die Mutation Q493E erbte. Die Auswirkungen dieser Mutationen auf die Virusreplikation und Infektiosität sind noch nicht vollständig geklärt. Erste Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass XEC im Vergleich zu anderen Varianten möglicherweise einen Verbreitungsvorteil besitzt und in den kommenden Monaten global dominieren könnte.

Keine größeren Auswirkungen auf Krankheitsverlauf erwartet

„XEC stellt im Vergleich zur aktuell zirkulierenden SARS-CoV-2-Vielfalt eher eine geringfügige Entwicklung dar und ist keine stark abgewandelte neue Variante, wie die mit griechischen Buchstaben versehenen Varianten Alpha bis Omikron oder BA.2.86 (Pirola)“

Dies erklärte Dr. Francois Balloux, ein Computerbiologe am University College London und Direktor des UCL Genetics Institute, im Science Media Centre.

XEC habe zwar möglicherweise einen kleinen Vorteil bei der Übertragung, die verfügbaren Impfstoffe würden aber aller Voraussicht nach weiterhin einen wirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bieten.

Verbreitung hauptsächlich in Europa

Nach ihrer Entdeckung im Juni 2024 hat sich die XEC-Variante mit rund 600 bestätigten Fällen in 27 Ländern ausgebreitet, vorwiegend in Europa, aber auch in Nordamerika und Asien. In Deutschland weist die Variante aktuell die höchste Prävalenz mit 13% aller sequenzierten Fälle auf, gefolgt von Großbritannien mit 7%. In den USA liegt der Anteil unter 5%.

Fazit: Wachsamkeit ohne Alarmismus

Die XEC-Variante stellt zwar eine neue Herausforderung in der Überwachung der SARS-CoV-2-Evolution dar, derzeit gibt es aber keine Hinweise darauf, dass sie schwerwiegendere Erkrankungen oder eine drastische Zunahme der Fallzahlen verursachen wird. Dennoch sollte die epidemiologische Lage weiterhin aufmerksam verfolgt werden, um gegebenenfalls auf Änderungen in den Viruscharakteristika reagieren zu können.

Autor:
Stand:
18.10.2024
Quelle:
  1. Science Media Centre, Expertenkommentar, 18. September 2024.
  2. The Conversation, Kurzporträt, 19. September 2024.
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