Ständiges Händewaschen, Desinfektionsmittel, Latexhandschuhe – das dauerhaft feuchte Milieu ist Gift für jede Haut. Kein Wunder also, dass besonders Menschen, die im Medizinbetrieb arbeiten, Ekzeme an den Händen entwickeln.
Wie häufig dies im Unterscheid zur Inzidenz der Handekzeme in der Allgemeinbevölkerung ist, wollte eine Forschungsgruppe der Universität Kopenhagen wissen. Sie werteten in ihrer Metaanalyse 18 qualitative Analysen und 16 quantitative Analysen der Jahre 2020 bis 2022 mit Daten von insgesamt 24.438 medizinischen Fachkräften aus.
Handekzeme bei Medizin-Beschäftigten doppelt so häufig
Die Ergebnisse zeigen, dass 33,4% der im Gesundheitswesen Beschäftigten im Laufe ihres Lebens unter einem Handekzem leiden. Befragt nach dem vergangenen Jahr berichteten 27,4% über Hautentzündungen an den Händen. Zum Vergleich: In der Allgemeinbevölkerung liegt die Lebenszeitprävalenz für Handekzeme in der Allgemeinbevölkerung bei 14,5% und die Jahresprävalenz bei 9,1%.
Medizinisches Personal unterschätzt Handekzem
Wurden nur die Angaben der Befragten ausgewertet, ergab sich eine Handekzem-Prävalenz zu beliebigen Zeitpunkten von 13,5%. Bei klinischen Untersuchungen wurden jedoch bei 37,8% der Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen Handekzeme festgestellt, was darauf hindeutet, dass viele Betroffene ihre Hautentzündungen möglicherweise nicht als solche wahrnehmen.
Die dänischen Forscher analysierten den Schweregrad von Handekzemen und fanden, dass diese bei den meisten Fällen (57,7%) leicht waren. Mittelschwere Ekzeme traten bei 24,9% der Patienten auf, während 13,5% der Fälle als schwer eingestuft wurden.
Laut der Studie hatten viele der Befragten aus dem Gesundheitswesen bereits eine Disposition für Hautentzündungen, wobei 15,4% unter atopischer Dermatitis litten.
Präventionsmaßnahmen verstärken
Die Autoren schließen aus ihren Ergebnissen, dass das erhöhte Risiko für Handekzeme bei medizinischen Fachkräften weiterhin gezielte Präventionsmaßnahmen erforderlich macht. Dabei sollte vor allem das Arbeiten im feuchten Milieu und die Exposition gegenüber Allergenen reduziert sowie größerer Wert auf Hautschutzmaßnahmen gelegt werden.








