Soziale Isolation und Einsamkeit: Auswirkungen auf Herzpatienten mit Typ-2-Diabetes

Eine neue Studie beleuchtet die komplexen Zusammenhänge zwischen sozialer Isolation, Einsamkeit und dem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes. Erfahren Sie, wie diese sozialen Faktoren die Gesundheit beeinflussen und welche neuen Behandlungsstrategien zur Risikominderung vorgeschlagen werden.

einsamer Patient

Soziale Isolation vs. Einsamkeit

Soziale Isolation und Einsamkeit, obwohl schwach korreliert, sind unterschiedliche Konzepte. Soziale Isolation bezieht sich auf objektiven Mangel an sozialen Kontakten, während Einsamkeit das subjektive Gefühl sozialer Isolation beschreibt, unabhängig von der tatsächlichen Anzahl sozialer Kontakte.

Negative Auswirkungen auf die Krankheitskontrolle

Soziale Isolation kann sich negativ auf die Kontrolle von Diabetes auswirken, was zu schlechterer Blutzuckerkontrolle und einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenerkrankungen führen kann.

Längsschnittstudie zur Risikostratifizierung

Eine vom BMJ-Journals veröffentlichte Längsschnittstudie mit über 500.000 Erwachsenen untersuchte den Zusammenhang zwischen sozialer Isolation, Einsamkeit und dem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse bei Menschen mit T2DM. Die Studie ergab, dass soziale Isolation signifikant mit tödlichen und nicht-tödlichen kardialen Nebenwirkungen verbunden ist.

Die Stichprobe der Studie umfasste 19.360 Personen mit T2DM. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 12,4 Jahre. Die soziale Isolation der Teilnehmer wurde anhand eines validierten Fragebogens ermittelt. Mit Hilfe der von früheren Studien verwendeten Behandlungsmethoden wurde ein Indexwert zur Darstellung des Grades der sozialen Isolation gebildet. Auch das subjektive Empfinden der Einsamkeit mittels einer Kurzzeit-Skala konnte durch einen Einsamkeit-Index dargestellt werden. Diese Indexwerte wurden im Zusammenhang mit dem Auftreten von schweren kardialen Nebenwirkungen, einschließlich der Gesamtmortalität sowie dem Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen und der damit einhergehenden Mortalität beurteilt.

Soziale Isolation und kardiovaskuläre Erkrankungen

Die Studie zeigte, dass ein höheres Maß an sozialer Isolation mit einem erhöhten Risiko für Gesamtmortalität und Mortalität aufgrund von kardiovaskulären Erkrankungen verbunden ist. Es wurde jedoch nur ein schwacher Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und dem Auftreten von Myokardinfarkten oder Schlaganfällen festgestellt.

Auswirkungen von Einsamkeit

Einsamkeit war hingegen mit einem erhöhten Risiko für nicht-tödliche Herzinfarkte oder Schlaganfälle verbunden, hatte aber nur geringe Auswirkungen auf tödliche Subtypen.

Additiver Effekt und neue Behandlungsstrategien

Die Kombination aus sozialer Isolation und Einsamkeit könnte das höchste Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse oder Tod darstellen. Die Studienergebnisse betonen die Notwendigkeit, die Auswirkungen von sozialer Isolation und Einsamkeit auf die kardiovaskuläre Gesundheit zu berücksichtigen und frühzeitig zu screenen. Maßnahmen, die auf ungesunde Verhaltensweisen, depressive Symptome und andere physiologische Aspekte abzielen, könnten bei der Prävention von Herz-Kreislauf-Ereignissen bei Menschen mit T2DM hilfreich sein.

Autor:
Stand:
10.01.2024
Quelle:

Liang et al. (2023): Social isolation, loneliness and subsequent risk of major adverse cardiovascular events among individuals with type 2 diabetes mellitus. BMJ Journals, DOI:10.1136/ gpsych-2023-101153

 

 

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