Wenn Versicherte derzeit die elektronische Patientenakte (ePA) nutzen wollen, müssen sie sich bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse dafür registrieren. Das soll sich in Zukunft ändern, denn die Gesellschafterversammlung hat die gematik mit der Prüfung einer Opt-out-Lösung für die ePA beauftragt. Das würde bedeuten, dass die Gesundheitsakte künftig automatisch für jeden Patienten eingerichtet wird. Personen, die das nicht möchten, können aktiv widersprechen („Opt-out-Prinzip“).
Die gematik soll die vier folgenden Opt-out-Dimensionen prüfen.
- Bereitstellung der ePA
- Zugriff auf die Akte
- Befüllung der Akte
- Pseudonymisierte Datenweitergabe zu Forschungszwecken
Auch der elektronische Medikationsplan (eMP) und die elektronische Patientenkurzakte (ePKA) sollen Teil der ePA werden.
Potenzial der ePA ausschöpfen
Laut gematik stellt die Opt-out-ePA die Weichen, um das Potenzial der elektronischen Patientenakte vollumfänglich auszuschöpfen. Sie werde als Opt-out-Lösung zu einem „zentralen Teil einer modernen, digitalen Gesundheitsversorgung in Deutschland – patientenzentriert, zugänglich für alle Bürger:innen und unabhängig von Alter oder digitaler Affinität“.
Verbesserung von Patientensicherheit und Informationsaustausch
Über die elektronische Patientenakte können alle beteiligten Leistungserbringer einen Überblick über die Krankengeschichte und Medikationsprozesse des jeweiligen Patienten erhalten. Es können Arztbriefe, Befunde und weitere Dokumente hinterlegt werden. Das soll einerseits die Patientensicherheit erhöhen und andererseits den Informationsaustausch zwischen den Angehörigen der Gesundheitsberufe erleichtern.
Die aktuelle Version der ePA kann derzeit weiter genutzt werden. Auch eine Verwendung der Daten bereits bestehender elektronischer Patientenakten in der Opt-out-Version ist geplant.