Patienten-Umfrage zeigt positive Grundhaltung zum E-Rezept

Einer repräsentativen Umfrage zufolge befürwortete die Mehrheit der Deutschen die Einführung des E-Rezepts. Die Informationspolitik bewerteten sie jedoch als unzureichend. Für die Vor-Ort-Apotheke ist es beruhigend, dass viele Patienten ihrer Stammapotheke treu sind.

Patient E-Rezept eingelöst

Patienten in Deutschland fühlen sich zwar wenig informiert, sehen der Einführung des E-Rezepts aber trotzdem positiv entgegen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey. Es hatte für die ETL-Systeme AG vom 15. August bis November 2022 insgesamt 5.000 Bundesbürger und 2.500 Menschen, die schon einmal vom E-Rezept gehört haben, online befragt.

In der repräsentativen Umfrage gaben 50% der Befragten an, dass sie digitale Verordnungen befürworten. 28,3% waren noch unentschlossen, ob sie das elektronische Rezept begrüßen oder nicht. 22,5% bewerteten das E-Rezept als eher negativ oder sehr negativ.

Besonders hoch fiel die Zustimmung in den KV-Testregionen des E-Rezepts aus. Allgemein nahm mit steigendem Alter die positive Grundhaltung ab. Eine Ausnahme war in der Umfrage die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen: 26,2% in dieser Gruppe schätzten das E-Rezept negativ ein.

Informationspolitik mangelhaft

Viele Menschen fühlten sich schlecht oder sehr schlecht über das E-Rezept informiert. Das traf auf 60,7% der Befragten insgesamt zu, in der Altersgruppe der 30 bis 39-Jährigen waren es sogar 81,4%. Gut informiert fühlten sich über alle Altersgruppen hinweg nur 21,4%.

Patienten wollen bei Stammapotheken bleiben

Für die Apotheke vor Ort ist Kundenbindung ein entscheidender Faktor, um im Wettbewerb mit dem Versandhandel bestehen zu können. Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigten, dass 62% das E-Rezept bevorzugt durch ihre Stammapotheke beliefern lassen wollen, 23,3% sind allerdings unentschlossen.

Herausforderungen für Apotheken

Nach den Vorteilen des E-Rezepts befragt, gaben die Teilnehmer Faktoren wie weniger Papier, Zeitersparnis, einfachere Dokumentation, Wechselwirkungscheck, Einblick in den Medikationsplan und Medikationserinnerung an.

Viele Menschen sind zwar ihrer Stammapotheke treu. Die Vor-Ort-Apotheken müssen sich jedoch den verändernden Kundenwünschen anpassen, um weiterhin gegenüber dem Versandhandel attraktiv zu bleiben. Einen Lieferservice durch die Apotheke vor Ort wünschten sich 64,8% der Befragten.

Nach weiteren Servicedienstleistungen in der Apotheke befragt, gaben 39% der Kunden an, sie könnten sich das Angebot von Impfleistungen vorstellen. Eine erweiterte Medikationsberatung war für 37,1% vorstellbar. 20,2% konnten sich vorstellen, eine telefonische Beratung oder eine Beratung übers Internet zu nutzen.

Einführung mit Hindernissen

Ursprünglich sollten elektronische Verordnungen ab 1. September 2022 stufenweise flächendeckend eingeführt werden. Zwar sind die meisten Apotheken „E-Rezept-ready“ und haben den Testbetrieb genutzt und ihr Personal geschult, die Einführung kommt dennoch nur schleppend voran.

Es gibt Probleme mit dem Datenschutz. Diese betreffen vor allem Einlösewege und die Registrierung im neuen Verordnungssystem. Datenschutzrechtliche und administrative Schwierigkeiten führten dazu, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen der Testregionen Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe das Projekt E-Rezept abbrachen.

Trotz Hindernissen wird das E-Rezept die Zukunft sein. Apothekeninhaber sollten sich rechtzeitig mit den rechtlichen Vorgaben auseinandersetzen. Es gilt, mögliche Risiken zu erkennen und Arbeitsabläufe in der Apotheke anzupassen.

Autor:
Stand:
06.03.2023
Quelle:

ETL ADVISION: Meinungsbarometer E-Rezept. Wie das E-Rezept den Apothekenmarkt verändert, zuletzt abgerufen 05. März 2023

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