Gestörte myoelektrische Aktivität bei Gastroparese
Bei Menschen mit Gastroparese (GP) ist die myoelektrische Aktivität gestört. Das geht teilweise mit Magenentleerungsstörungen, zu langsamer, zu schneller oder auch einer krampfartigen Magenmotilität einher. Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Blähungen und/oder frühzeitige Sättigung können die Folge sein. Ursächlich für die Symptome ist ein Untergang der taktgebenden Cajalzellen des Magens, die durch proinflammatorische Makrophagensubpopulationen angegriffen werden.
Studie untersucht Einfluss von Vitamin D
Da gezeigt werden konnte, dass Vitamin D modulierend auf diese Makrophagen wirkt, untersuchten Forschende nun die Zusammenhänge und Beziehungen zwischen Vitamin D-Spiegeln, Magenentleerung, myoelektrischer Aktivität des Magens und Symptomen wie Völlegefühl und Übelkeit bei Menschen mit Gastroparese.
Dazu bestimmten die Forschenden bei 376 Studienteilnehmenden mit Gastroparese die Vitamin D-Spiegel. Die Magenentleerung und Motilität wurde mittels verschiedener Testverfahren untersucht. So z. B. der Elektrogastrographie. Die Probanden tranken Wasser bis sie ihr persönliches maximales Sättigungsgefühl erreichten. Dabei wurde die elektrische Aktivität der Magenmuskulatur über Hautelektroden abgeleitet und sowohl die Frequenz als auch die Stärke der Signale gemessen. Zudem wurde die Magenentleerung nach einer Standardmahlzeit mittels Magenentleerungsszinthigraphie dokumentiert.
Vermehrt Übelkeit, Würgereiz und Erbrechen unter Vitamin D-Mangel
Von 376 Studienteilnehmenden mit Gastroparese hatten 207 einen Vitamin D-Mangel. Das entsprach 54,8% und lag damit deutlich höher als die Prävalenz in der amerikanischen Normalbevölkerung (ca. 2%).
Dass Menschen mit Gastroparese erniedrigte Vitamin D-Spiegel aufweisen ist bereits bekannt. Dafür werden verschiedene Ursachen diskutiert, z. B. eine schlechtere Resorption aus der Nahrung, sowie eine niedrige Sonnenexposition Betroffener durch begleitende Komorbiditäten. Betroffene von Gastroparese mit niedrigen Vitamin D-Spiegeln litten im Studienzeitraum signifikant häufiger unter Übelkeit, Würgereiz und Erbrechen.
Gleichzeitig ließ sich von niedrigen Vitamin D-Spiegeln nicht auf das Vorliegen einer Magenentleerungsstörung schließen. Auch in Bezug auf ein Völlegefühl und Blähungen schien der Vitamin D-Spiegel keine Rolle zu spielen. Möglicherweise wird die Übelkeit durch arhythmische Magenkontraktionen bedingt, wie sie bei niedrigen Vitamin D-Spiegeln vermehrt beobachtet wurden.
Empfehlung für die Praxis
Die Forschenden möchten nun in einer weiteren Studie untersuchen, ob die Behandlung mit Vitamin D bei Menschen mit Gastroparese die Symptomlast senken kann. Bis dies geklärt ist, empfehlen sie, bei Patienten mit Gastroparese den Vitamin D-Spiegel zu überprüfen und einen Mangel auszugleichen.









