Krankenhausreform: DGVS betont Wichtigkeit der Versorgungssicherung

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten warnt in ihrer aktuellen Pressemitteilung davor, die Existenzsicherung von Krankenhäusern weiter zu verschleppen und kritisiert die Bindung von erforderlichen Mittel an das Transparenzgesetz.

Krankenhaus

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft der deutschen Gastroenterologen mit Sitz in Hamburg. Sie fördert wissenschaftliche Forschungsarbeit sowie die Entwicklung von Diagnostik- und Therapiestandards im Bereich der Gastroenterologie. Die DGVS entwickelt Leitlinien und bietet Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Ärzte in Klinik und Praxis an.

Wichtigkeit einer hochwertigen Versorgung bei gastroenterologischen Erkrankungen

Deutschlandweit werden jährlich ca. zwei Millionen Menschen wegen Erkrankungen der Verdauungsorgane im Krankenhaus behandelt. Gastroenterologische Erkrankungen stellen damit nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Ursache für eine stationäre Aufnahme dar. Professor Dr. med. Heiner Wedemeyer, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover betont daher, wie dringend notwendig eine hochwertige Versorgung gastroenterologischer Erkrankungen ist und dass diese von den politisch Verantwortlichen entsprechend sichergestellt werden muss.

Drastischer Anstieg von Krankenhaus-Insolvenzen

Die Preissteigerungen der letzten Jahre machten auch vor Krankenhäusern nicht halt. Sie geraten zunehmend unter Druck und können die gestiegenen Kosten immer schwerer kompensieren. Das zeigt auch eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon. Gab es im Jahr 2022 noch sieben Krankenhausinsolvenzen, so stiegt diese Zahl im Jahr 2023 auf 30 [1].

Das Krankenhaustransparenzgesetz

Am 21. Februar 2024 berät nun der Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern über das Krankenhaustransparenzgesetz. Dieses Gesetz schafft die Grundlage für die Veröffentlichung des interaktiven Klinik-Atlas im Internet und soll Patienten über Qualität der Krankenhäuser informieren. Krankenhäuser werden verpflichtet, entsprechende Daten an das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) zu übermitteln, was zu einem zusätzlichen hohen Bürokratieaufwand führt. Das Verzeichnis soll ab Mai 2024 durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) veröffentlicht werden [2].

Pressemitteilung der DGVS zum Transparenzgesetz

Die DGVS kritisiert in ihrer Pressemitteilung die für den Reformprozess erforderlichen Mittel an das Transparenzgesetz zu knüpfen und nicht sofort einen Transformationsfonds einzurichten, um Reformen direkt angehen zu können. Sie sieht eine ungeplante Insolvenzwelle, die die funktionierenden Versorgungstrukturen in Deutschland erheblich bedrohen werde. Die Anpassung der Landesbasisfallwerte an die Personalkostensteigerungen müsse direkt erfolgen und die Sicherung der Versorgungsstrukturen muss unbedingt Vorrang haben [1].

Autor:
Stand:
22.02.2024
Quelle:
  1. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten: Vermittlungsausschuss tagt zum Transparenzgesetz. Gastroenterologen warnen vor Blockadehaltung bei Krankenhausreform: Sicherung der Versorgungsstrukturen muss Vorrang haben. Aufgerufen am 17.02.2024.
  2. Bundesministerium für Gesundheit: Bundestag beschließt Krankenhaustransparenzgesetz. Aufgerufen am 17.02.2024.
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