Die Leitlinie hat insbesondere eine verbesserte Struktur erhalten-der Inhalt wurde ergänzt
Inhaltlich habe sich in der Leitlinie im Vergleich zur alten Version von 2014 nicht viel verändert, bemerkt Dr. Holger Schöppenthau, Oberarzt der BG Unfallklinik Murnau und Vertreter der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).
Neu sei, dass der Einsatz der High-Flow-Sauerstofftherapie in die Leitlinie aufgenommen wurde. Zudem gibt es jetzt detaillierte Informationen dazu, wie Kinder und Jugendliche nach einem Tauchunfall versorgt werden sollen.
Intensiv überarbeitet wurde insbesondere die Struktur der Leitlinie, da die Autoren festgestellt hatten, dass man bei der alten Version „doch viel hin- und herblättern musste oder manches doppelt formuliert war“. Zudem enthält die aktuelle Leitlinie ein Literaturverzeichnis.
Die überarbeitete Version der Leitlinie ist bis November 2027 gültig.
Leitlinie gibt Handlungsempfehlungen im Falle eines lebensbedrohlichen Tauchunfalls
Die aktualisierte Leitlinie umfasst Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung der Patienten in der präklinischen Versorgung im Rettungsdienst, ambulanten und stationären Versorgungssektor.
Die Leitlinie deckt unter anderem die Bereiche Definition, Risikofaktoren, Prävention, Diagnostik und Therapie ab.. Sie beschreibt für die Beurteilung des Schweregrades notwendige Einteilungen und informiert, wie man weitere tauchbedingte Gesundheitsstörungen, wie beispielsweise ein Barotrauma oder ein Lungenödem erkennen kann.
Auch wichtige Telefonnummern zur tauchärztlichen Beratung findet man.
Die Leitlinie gibt zudem Hilfestellungen für die Indikationsstellung der Sauerstoffatmung und/oder Druckkammerbehandlung.
So soll beispielsweise auch bei begrenztem Sauerstoff (O2)- Vorrat O2 immer in der höchsten verfügbaren Konzentration gegeben werden, auch wenn der Transport mit Luftatmung zu Ende geführt werden muss. Die Verabreichung von 100% Sauerstoff soll ohne Pause bis zum Erreichen der Druckkammer fortgeführt werden.
In einem neuen Kapitel geht die Leitlinie auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen ein
Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen entspricht im Prinzip denen von Erwachsenen mit der hochdosierten Sauerstoffgabe und ggf. Druckkammerbehandlung im Zentrum der Therapie. Flüssigkeiten und Medikamente sollten alters- und gewichtsadaptiert dosiert werden. Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen sollte von einem Arzt mit Erfahrung in pädiatrischer (Intensiv-) Medizin und dem Druckkammerzentrum erfolgen.
Zum Schluss werden noch Aspekte der Rehabilitation, Nachsorge und Lebensqualität beschrieben.
Fazit
Die aktualisierte Leitlinie Tauchunfall wurde um das Kapitel Kinder und Jugendliche sowie um den Einsatz der High-Flow-Sauerstofftherapie ergänzt. Sie ist bis 2027 gültig.








