Allergische Rhinitis beeinträchtigt Atemwege

Die Ergebnisse unterstützen die These „one airway - one disease“. So konnten die Autoren zeigen, dass die allergische Rhinitis zu einem erhöhten oxidativen Stress, vermehrtem nasalen endothelialen Schaden sowie erhöhtem Atemwegswiderstand im Vergleich zu gesunden Kontrollen führt.

Allergie, Pollen

Allergische Rhinitis ist Risikofaktor für Asthmaentwicklung

Die allergische Rhinitis (AR) ist eine chronisch inflammatorische Erkrankung, die durch eine IgE-vermittelte Entzündung der Nasenschleimhaut charakterisiert ist [1].

Zu den klinischen Symptomen zählen Rhinorrhoe, nasaler Juckreiz, Nasenatmungsbehinderung und Niesen.

Kohortenstudien zeigten, dass AR-Patienten in 15% bis 38% der Fälle zusätzlich ein Asthma bronchiale aufweisen. Umgekehrt sind 6-85% der Asthmapatienten von einer Rhinitis betroffen [2].

Die AR stellt einen relevanten Risikofaktor für die Asthmaentwicklung dar und beeinflusst die Asthmakontrolle und den Schweregrad der Erkrankung [3].

Eine Hyperreagibilität der unteren Atemwege betrifft etwa einen von drei Patienten mit AR. Der zu Grunde liegende Mechanismus ist derzeit unklar.

Studie untersuchte Nasendurchgängigkeit und Lungenfunktion von Adoleszenten mit allergischer Rhinitis gegenüber gesunden Kontrollen

Die Autoren der vorliegenden Studie untersuchten die Durchgängigkeit der Nase sowie die Lungenfunktion der Teilnehmer und evaluierten die Beziehung zwischen diesen beiden Parametern und nasalen oxidativen Stressparametern und endothelialem Schaden [4].

Untersuchte Parameter umfassten Endocan (auch bekannt als endothelial cell-specific molecule 1) und oxidative Biomarker (total oxidant status [TOS], total antioxidant status [TAS] und oxidative stress index [OSI]) im Nasalsekret.

Zudem wurden Messungen von Peak Nasal Inspiratory Flow (PNIF), fraktioniertem ausgeatmetem Stickoxid (fractional exhaled nitric oxide, [FeNO]) und eine Impulsoszillometrie durchgeführt.

Insgesamt wurden 70 Adoleszenten mit allergischer Rhinitis, davon 27 mit Asthma und 43 ohne Asthma sowie 30 gesunde Kontrollen in die prospektive Querschnittsstudie eingeschlossen. Die Probanden waren zwischen 12 und 17 Jahre alt. Das mediane Alter der AR-Gruppe betrug 14,5 Jahre (13-15,9 Jahre) und 55,7% waren Jungen. Die Eltern von 54% der AR-Gruppe hatten eine positive Atopie-Anamnese.

Die Mehrzahl der AR-Patienten war polysensibilisiert

Innerhalb der AR-Gruppe waren 32,6% der Patienten monosensibilisiert, während 76,3% eine Polysensibilisierung aufwiesen.

Die monosensibilisierten Patienten reagierten zu 62,5% auf Pollen, 25% auf Hausstaubmilben, und 12,5% auf Schimmelpilze. Bei den polysensibilisierten Patienten reagierten 36% auf Pollen, 20,2% auf Schimmelpilze, 19% auf Katzen, 17% auf Hausstaubmilben und 6% auf Hunde.

Perenniale Symptome zeigten 50% der monosensibilisierten Patienten und 48,4% der polysensibilisierten Patienten.

Oxidative Stressparameter und Atemwegswiderstand höher in AR-Gruppe als bei Kontrollen

Die Wissenschaftler sahen, dass die nasalen Endocan- (p<0,001), TOS- und OSI-Werte (p<0,05) höher in der AR-Gruppe waren, während die TAS-Werte höher in der Kontrollgruppe waren (p<0,05).

Zwischen den beiden AR-Subgruppen (mit und ohne Asthma) fanden sich keine signifikanten Unterschiede bei den oxidativen Biomarkern und nasalen Endocan-Werten.

Die FeNO-Werte (p=0,038) und der Atemwegswiderstand (p<0,05) der AR-Gruppe war im Vergleich zur Kontrollgruppe höher.

Unabhängig vom Asthmastatus der Patienten zeigte sich bei den AR-Patienten eine Erhöhung der oxidativen Stressparameter (TOS und OSI), sowie des Endocanlevels, das für einen nasalen Endothelschaden spricht. Auch die FeNO-Werte, die auf eine Entzündung des Lungengewebes hinweisen, sowie der Atemwegswiderstand waren erhöht.

Fazit:

Die Atemwege der Adoleszenten mit AR ohne Asthma waren genauso betroffen wie die Atemwege derer mit AR und Asthma bronchiale. Dieser Effekt war mit nasalem endothelialem Schaden sowie einem erhöhten oxidativen Stress assoziiert.

Autor:
Stand:
09.05.2023
Quelle:
  1. Bousquet et al. (2006): Allergic rhinitis. Nature Reviews Disease Primers; DOI: 10.1038/s41572-020-00227-0
  2. Brozek et al. (2017): Allergic Rhinitis and its impact on Asthma (ARIA) guidelines-2016 revision. Journal of Allergy and Clinical Immunology; DOI: 10.1016/j.jaci.2017.03.050
  3. Bousquet et al. (2001): Allergic rhinitis and its impact on asth­ma. Journal of Allergy and Clinical Immunology; DOI: 10.1067/mai.2001.118891
  4. Koksal et al. (2023): The association between allergic rhinitis and airway dysfunction and nasal endothelial damage and oxidative stress. Rhinology
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