Bessere Luft reduziert Asthmaprävalenz bei Kindern

Es ist bekannt, dass Feinstaub zu Atemwegserkrankungen führen kann. Eine Studie zeigte nun, dass eine verbesserte Luftqualität zu einer reduzierten kindlichen Asthmaprävalenz führte. Das kritische Zeitfenster für die Partikelexposition lag zwischen 5,5 und 11 Monaten.

Kind in City mit Smog

Präventionsplan für Luftverschmutzung in China reduziert respiratorische Erkrankungen um fast 35%

Asthma ist eine der häufigsten chronischen respiratorischen Erkrankungen bei Kindern. In nur zwei Dekaden verdoppelte sich zwischen 1990 und 2010 die Asthmaprävalenz von Kindern zwischen 0-14 Jahren in China von 0,96% auf 2,38%. Im Altersvergleich zeigte sich, dass insbesondere die Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die noch nicht in die Schule gingen, die höchste Asthmaprävalenz in Shanghai hatten.

Seit Beginn des Air Pollution Prevention and Control Action Plans (APPCAP) reduzierte sich die Luftverschmutzung. Das Ziel dieses Plans war es, die Luftverschmutzung zu reduzieren und die Luftqualität in Schlüsselregionen zu verbessern. Betrachtet man beispielsweise die Feinstaubbelastung (PM2,5), so zeigte sich eine 37%-ige Reduktion in Shanghai von 62µg/m3 in 2013 auf 39µg/m3 in 2017.

Ist verbesserte Luftqualität für Kinder vorteilhaft und welches Expositionsfenster gegenüber Partikeln ist kritisch?

Es war unbekannt, ob die kindliche Asthmaprävalenz in Shanghai immer noch anstieg, ob die verbesserte Luftqualität vorteilhaft für kindliches Asthma war und welches Expositionszeitfenster für die Asthmaentwicklung eine kritische Rolle spielt.

Eine Querschnittstudie analysierte daher die Assoziation zwischen der frühkindlichen Partikelexposition und Asthma bei 11.825 Vorschulkindern in Shanghai. Die ersten Daten wurden per Fragebogen 2011 erhoben, die zweiten Daten 2019. Die Sensitivität bzw. Spezifität für Asthma/Giemen betrug 0,85/0,94 bzw. 0,81/0,81. Das mittlere Alter der Kinder betrug 4,7 Jahre. 51,3% der Kinder waren Jungs.

Prävalenz für Asthma seit Einführung des Präventionsplans für Luftverschmutzung gesunken

Die Studie zeigte eine signifikant geringere Prävalenz des ärztlich-diagnostizierten Asthmas (6,6 versus 10,5%; p<0,001) und der Atembeschwerden (10,5% versus 23,2%; p<0,001) 2019 verglichen mit 2011. Allerdings berichteten mehr Eltern über allergische Erkrankungen (49,5% versus 20,8%; p<0,001) bei sich selbst.

Assoziation zwischen Partikelexposition und kindlichem Asthma

Die Studie zeigte eine robuste und unabhängige Assoziation zwischen der Partikelexposition und kindlichem Asthma und Atembeschwerden nach einem Jahr. Die Exposition gegenüber Feinstaub (PM2,5), groben Partikeln (PM2,5-10) und inhalierbaren Partikeln (PM10) sank 2019 um 6,3%, 35,4% und 44,7% in utero bzw. 24,3%, 20,2% und 31,8%.

Sensitives Expositionsfenster gegenüber Partikeln bei 5,5 bis 11 Monaten nach Geburt

Eine statistische Analyse zeigte, dass das sensitive Expositionsfenster für PM2,5 zwischen 5,5 und 7 Monaten nach der Geburt, für PM2,5-10 7-11 Monaten nach der Geburt und für PM10 7,5-11 Monate nach der Geburt war.

Für alle drei Partikelarten zusammengefasst lag das sensitive Zeitfenster zwischen 5,5-11 Monaten nach der Geburt. Zudem zeigten die Studienautoren, dass das sensitive Expositionsfenster kurz nach dem Abstillen der Kinder begann, aber nur bei den Kindern, die kürzer als sechs Monate gestillt wurden.

Stillen hatte einen schützenden Effekt

Es wurde beobachtet, dass der Schutzeffekt umso größer war, je länger die Kinder ausschließlich gestillt wurden. Die Kindheit ist eine kritische Zeit für die alveoläre Entwicklung. Die Exposition gegenüber Luftverschmutzung beeinträchtigt daher die Integrität des bronchiolären Epithels und die Gasaustauschfunktion der Alveolen und macht Individuen empfindlicher gegenüber Asthma.

Autor:
Stand:
31.08.2023
Quelle:

Chen et al. (2023):  Improved ambient air quality is associated with decreased prevalence of childhood asthma and infancy shortly after weaning is a sensitive exposure window. Allergy, DOI: 10.1111/all.15815

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