Bettgehroutine fördert sozio-emotionale Entwicklung

Die Mehrheit der untersuchten Kleinkinder hatte eine konstante Bettgehroutine. Diese Routine war prädiktiv für ihr sozio-emotionales Outcome. So zeigten die Kleinkinder mit einer etablierten Routine weniger Verhaltensdysregulation sowie weniger externalisierende und internalisierende Probleme.

Mutter liest Kind im Bett vor

Einführung einer Bettgehroutine führt zu Vorteilen

Schlaf ist wichtig für das allgemeine Wohlbefinden und ist insbesondere für die optimale Entwicklung in den ersten fünf Lebensjahren entscheidend. Ein gesunder Schlaf ist bei Kleinkindern mit einer positiven kognitiven, sprachlichen und motorischen Entwicklung assoziiert. Er ist auch wichtig für die emotionale Regulation der Kinder. Eine empirisch unterstützte Intervention zur Verbesserung des Schlafs bei Kleinkindern ist die Einführung einer konstanten Bettgehroutine.

Bettgehroutine mit sozio-emotionalem Outcome assoziiert?

Aus der Verhaltensperspektive wirkt eine konstante Routine als Umweltstimulus, der dem Kind signalisiert, was zu erwarten ist. Diese Routinen sind mit reduziertem externalisierendem Verhalten, wie Impulsivität, Aufmerksamkeitsproblemen und Aggressivität, verbunden. Zudem fördern sie die Entwicklung besserer Selbstregulation und sozialer Fähigkeiten.

Assoziation zwischen Bettgehroutine, kindlicher Entwicklung und Bildungsniveau?

Eine longitudinale Studie untersuchte kürzlich mögliche Assoziationen zwischen der Bettgehroutine, sozio-emotionaler Entwicklung und dem Bildungsniveau der Bezugsperson bei Kleinkindern. An der Studie nahmen Bezugspersonen mit ihren 40 Kleinkindern teil. Diese waren im Durchschnitt 12,85 Monate alt. 57,5% von ihnen waren weiblich.

Gleichbleibende Bettgehroutine mit positiver Entwicklung assoziiert

Die Mehrheit der teilnehmenden Familien war bestrebt, eine konstante Bettgehroutine zu allen Untersuchungszeitpunkten einzuhalten. 63% der Familien erreichten dies zum 12-Monatszeitpunkt, 75% zum 15-Monatszeitpunkt und 86% zum 24-Monatszeitpunkt. Kleinkinder, deren Bezugsperson ein höheres Bildungsniveau hatte, erlebten häufiger eine konstante Bettgehroutine mit 15 Monaten. Diese Kinder zeigten eine geringere Verhaltensdysregulation mit 15 Monaten und litten weniger an externalisierenden und internalisierenden Problemen und einer Verhaltensdysregulation mit 24 Monaten (p=0,037, p=0,001, p=0,047).

Empfehlung der Studienautoren

Die Studienautoren empfehlen, dass Ärzte überlegen sollten, Familien mit Kleinkindern zu raten, eine Routine für Bettgehzeiten einzuführen. Dies hilft nicht nur, die Schlafgesundheit zu verbessern, sondern unterstützt auch die positive sozio-emotionale und Verhaltensentwicklung.

Autor:
Stand:
13.09.2023
Quelle:

Lam et al. (2023): Bedtime routines, development, and caregiver educational attainment in toddlerhood. Frontiers in Sleep. doi: 10.3389/frsle.2023.1197297

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