Etwa 25% der Kinder leiden an irgendeiner Art von Schlafstörung. Dazu gehören Schwierigkeiten einzuschlafen, wachzubleiben oder ein zu frühes Aufwachen. Die Faktoren, die hierfür als verantwortlich angesehen werden, sind insbesondere soziodemografische Faktoren wie exzessive Bildschirmnutzung, mangelnde Begleitung durch die Eltern oder soziale Aktivitäten.
Schlafstörungen führen bei Kindern zu vielfältigen Problemen
Schlafprobleme sind bei Kindern mit einer Vielzahl von körperlichen und mentalen Defiziten, wie beispielsweise Fatigue, Immunsystemschwäche sowie kognitiver und emotionaler Probleme assoziiert. Zudem besteht das Risiko, dass die kindlichen Schlafprobleme im Übergang zum Erwachsenenalter persistieren und sich gegebenenfalls noch verschlechtern.
Um dieser Problematik entgegenzuwirken, ist es wichtig zu verstehen, wie der Schlaf bei Kindern verbessert werden kann. Häufig wird die Empfehlung für körperliche Aktivität ausgesprochen. Es gibt jedoch kaum Studien, die diese Empfehlung wissenschaftlich untersucht haben. Daher wurde eine aktuelle Studie durchgeführt, die die Beziehung zwischen objektiven Schlafparametern und körperlicher Aktivität evaluierte.
Verbessert körperliche Aktivität den Schlaf?
In die Studie wurden 29 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren eingeschlossen. Zur Messung der Parameter nutzten die Kinder einen Beschleunigungsmesser (Akzelerometer), welcher an neun aufeinanderfolgenden Tagen getragen wurde. Es wurde der Anteil des Tages in Prozent gemessen, an denen das Kind aktiv war. Zudem wurden als Schlafparameter die totale Schlafzeit, die Einschlaflatenz sowie die Schlafeffizienz ermittelt.
Kinder schliefen im Durchschnitt die von Leitlinien empfohlene Zeit
Die Kinder waren im Durchschnitt 4,29 Jahre alt. 20 von ihnen waren Jungs. Der Eltern-Fragebogen gab an, dass 60,7% der Kinder an Werktagen zwischen 10-13 Stunden pro Nacht schlafen. An den Wochenenden schliefen 57,1% der Kinder 10-13 Stunden. 53,6% von ihnen schliefen innerhalb von 20 Minuten ein und nur 21,4% wachten mehr als einmal pro Nacht auf. Objektiv gemessen, schliefen die Kinder 504,4 Minuten pro Tag. Sie benötigten zum Einschlafen 26,9 Minuten und wiesen eine Schlafeffizienz von 85,8% auf.
Kinder bewegten sich so oft wie empfohlen
Die Mehrheit der Kinder bewegte sich 180 min pro Tag (82,1%) und saß weniger als vier Stunden pro Tag (78,6%). Im Schnitt verbrachten sie 188,3 Minuten täglich sitzend. 494,4 Minuten verbrachten die Kinder mit körperlicher Aktivität, davon 277 Minuten mit leichter Intensität und 222,3 Minuten mit mittlerer bis hoher Intensität.
Körperliche Aktivität war Prädiktor für Schlafeffizienz
Die Studie zeigte, dass körperliche Aktivität ein signifikanter Prädiktor für die Schlafeffizienz war (p=0,03). Auf die totale Schlafzeit und Einschlaflatenz konnte jedoch kein signifikanter Einfluss gezeigt werden.
Bei der Interpretation der Studienergebnisse ist zu beachten, dass die an der Studie teilnehmenden Kinder alle mehr körperliche Aktivität im Vergleich zu den Empfehlungen der Canadian-24-Hour-Movement-Leitlinie zeigten. Zudem schliefen die Kinder alle innerhalb der empfohlenen acht bis 14 Stunden pro Nacht. Auch die Werte ihrer Schlafparameter (Schlafeffizienz, Gesamtschlafzeit und Einschlaflatenz) befanden sich im Normbereich.








