Spezielle Mikrobiologie bei dentogener Sinusitis maxillaris
Obwohl geschätzt wird, dass dentogene Sinusitis maxillaris etwa die Hälfte aller Fälle von Kieferhöhlenentzündungen ausmacht, wird diese oft übersehen. Patienten mit dentogener Sinusitis maxillaris zeigen häufig eine Resistenz gegenüber Standard-Antibiotikatherapien. Daher ist ein fundiertes Verständnis der spezifischen Mikrobiologie dieser Erkrankung entscheidend, um zahnbezogene Ursachen effektiv zu identifizieren und eine angemessene antimikrobielle Therapie einzuleiten.
Unterschiede in den Pathogenen verschiedener Sinusitissubtypen
Die dentogene Sinusitis maxillaris tritt vorwiegend unilateral auf und unterscheidet sich dadurch von der bilateral auftretenden chronischen Rhinosinusitis (CRS). Die verschiedenen Sinusitissubtypen weisen unterschiedliche Symptome und Prognosen abhängig vom auslösenden Pathogen auf. Bisher sind mikrobiologische Vergleiche zwischen diesen beiden Formen in der wissenschaftlichen Literatur selten. Kürzlich wurde jedoch eine Meta-Analyse durchgeführt, die Daten aus 17 Studien mit insgesamt 893 Proben analysierte.
Fusobacterium signifikant häufiger bei dentogener Sinusitis maxillaris
Bei Patienten mit dentogener Sinusitis maxillaris wurden insbesondere Fusobacterium, Peptostreptococcus und Prevotella häufiger gefunden. Fusobacterium war signifikant häufiger bei dieser Form der Sinusitis im Vergleich zur CRS nachweisbar. Dieses Bakterium ist bekannt dafür, Virulenzfaktoren zu sezernieren, die die Funktion der Mukosa des Sinus maxillaris beeinträchtigen können.
Bedeutung von Prevotella
Prevotella, ein bedeutendes Pathogen bei Parodontose, trägt signifikant zur Bildung eines dysbiotischen Biofilms bei. Es fördert die Sekretion proinflammatorischer Zytokine sowie proteolytischer Enzyme und Matrix-Metalloproteasen, die den Krankheitsverlauf beschleunigen. Prevotella kann zudem effektiv Neutrophile neutralisieren und eliminieren, wodurch die Persistenz einer Infektion begünstigt wird.
Staphylococcus aureus und CRS
Im Gegensatz dazu wurden bei CRS häufiger Staphylococcus aureus, Peptostreptococcus und Propionibacterium acnes gefunden. Staphylococcus aureus ist zudem mit der Bildung von Nasenpolypen, anhaltender Gewebeentzündung und bakterieller Dysbiose assoziiert.
Fazit
Die Unterschiede im bakteriellen Profil der einzelnen Sinusitissubtypen bieten wichtige Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Strategien.









