Beim DOC 2026 wurde deutlich, dass neben der medikamentösen Therapie zunehmend auch Prozess- und Digitalisierungsaspekte den Erfolg der IVOM-Behandlung bestimmen.
KI unterstützt Therapieentscheidungen
Die Analyse von OCT-Bildern durch künstliche Intelligenz ermöglicht eine standardisierte Erkennung relevanter Biomarker wie intra- und subretinale Flüssigkeit oder strukturelle Netzhautveränderungen.
Diese automatisierte Auswertung erleichtert die Beurteilung des Therapieansprechens und unterstützt Therapieentscheidungen insbesondere im klinischen Alltag, in dem subtile Veränderungen häufig übersehen werden können. Zudem lassen sich Therapieeffekte frühzeitig erfassen, zum Teil bereits wenige Tage nach intravitrealer Injektion.
Potenzial für digitale Versorgungskonzepte
Digitale Strukturen ermöglichen neue Versorgungskonzepte in der IVOM-Therapie. Diskutiert wurde ein Modell, bei dem Bildgebung und KI-Auswertung kombiniert werden, während die ärztliche Entscheidung zeitlich entkoppelt erfolgt. Solche Ansätze können insbesondere bei steigenden Patientenzahlen zur Entlastung beitragen und Ressourcen effizienter steuern.
Adhärenz als zentrales Problem
Ein entscheidender limitierender Faktor ist die mangelnde Therapieadhärenz. Bereits nach der Uploadphase zeigen insbesondere therapienaive Patienten ein relevantes Risiko, die Behandlung nicht fortzusetzen.
Nach zwei Jahren liegt die Adhärenz in Studien und Versorgungsdaten häufig nur noch bei etwa 60 %. Daten aus der Praxis zeigen, dass unter Alltagsbedingungen hohe Abbruchraten auftreten können.
Ein wesentlicher Grund ist die hohe Belastung durch die Therapie.
Patienten nennen häufig:
- hohe Injektionsfrequenz,
- organisatorische Herausforderungen,
- Abhängigkeit von Angehörigen.
Diese Faktoren beeinflussen die Therapietreue maßgeblich.
Prozessorganisation als entscheidender Faktor
Neben technologischen Innovationen bleibt die Organisation der Versorgung ein zentraler Faktor. Langzeittherapien stellen sowohl Patienten als auch Behandlungsteams vor Herausforderungen.
Typische Probleme sind:
- Terminengpässe,
- unklare Zuständigkeiten,
- hoher Dokumentationsaufwand.
Diese Aspekte wirken sich direkt auf die Versorgungsqualität aus.
Zusätzlich zeigen Versorgungsnetzwerke wie das AMD-Netz, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit und standardisierte Prozesse zur Verbesserung der Versorgung und Adhärenz beitragen können.
Strukturierte Abläufe verbessern die Versorgung
Die Einführung standardisierter Prozesse kann die Versorgung deutlich stabilisieren.
Dazu gehören:
- klare Verantwortlichkeiten,
- strukturierte Terminplanung,
- regelmäßige Teamkommunikation.
Solche Maßnahmen tragen dazu bei, Therapieabbrüche zu reduzieren und die Adhärenz zu verbessern. Auch Recall-Systeme und aktive Patientennachsorge spielen eine entscheidende Rolle.
Praktische Konzepte aus spezialisierten Zentren zeigen, dass strukturierte Organisationsmodelle mit klar definierten Abläufen, Rollenverteilungen und standardisierten Prozessen die Effizienz erhöhen und die Adhärenz nachhaltig verbessern können.
Ganzheitlicher Blick auf den Patienten
Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die ganzheitliche Betreuung der Patienten. Begleiterkrankungen können im Fokus der IVOM-Therapie übersehen werden. Zudem ist die Arzt-Patient-Beziehung ein wesentlicher Faktor für den Therapieerfolg. Empathische Kommunikation kann die Adhärenz verbessern und Ängste reduzieren.
Einordnung
Der Therapieerfolg hängt nicht allein vom Wirkstoff ab. Organisation, Kommunikation und Adhärenz sind zentrale Einflussfaktoren im klinischen Alltag.
Fazit
Digitale Technologien und strukturierte Prozesse ergänzen sich im modernen IVOM-Management.
Sie ermöglichen:
- bessere Therapieentscheidungen,
- effizientere Abläufe,
- höhere Adhärenz.
Der Therapieerfolg wird wesentlich durch Organisation, Kommunikation und Therapietreue bestimmt.












