ABDA DatenHub soll Apothekenpolitik auf eine breitere Datenbasis stellen

Auf der expopharm stellte die ABDA ihren neuen DatenHub vor. Er soll die bisherige Befragungspraxis durch regelmäßig verfügbare, verknüpfte Daten ersetzen und Entwicklungen im Apothekenmarkt detaillierter abbilden.

Datenbank

Wie lassen sich die Entwicklungen in den Vor-Ort-Apotheken zukünftig noch besser erfassen? Mit dem ABDA DatenHub will die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. ihre bisherige Datenerhebung weiterentwickeln. Statt ausschließlich einzelne Befragungen heranzuziehen, soll der DatenHub
eine standardisierte und regelmäßig aktualisierte Datengrundlage bereitstellen. Das erläuterten die ABDA-Referentinnen Frederike Fuhlbrück und Annika Popp auf der expopharm in München.

Der DatenHub soll pharmazeutische und wirtschaftliche Daten öffentlicher Apotheken strukturiert erfassen und miteinander verknüpfen. Damit will die ABDA den Apothekenmarkt detaillierter analysieren und Entwicklungen über längere Zeiträume beobachten.

Daten aus verschiedenen Quellen werden verknüpft

Die Daten sollen automatisiert aus den Warenwirtschaftssystemen teilnehmender Apotheken über eine standardisierte Schnittstelle in den DatenHub fließen. Erfasst werden unter anderem Verkaufs-, Wareneingangs-, Lager-, Retouren- und Neinverkaufsdaten erfasst. Patienten- und Kundendaten werden laut ABDA nicht übertragen. Ergänzend sollen weitere Datenquellen einbezogen werden, darunter Arzneimitteldaten von ABDATA, Informationen von IQVIA OneKey und soziodemografische Daten.

Der DatenHub soll damit nicht nur eine Momentaufnahme liefern. Die ABDA nennt als mögliche Analyseverfahren unter anderem Korrelationen und Regressionen sowie Trendbeobachtungen über Wochen, Monate und Jahre. Unterschiedliche Datensätze sollen sich miteinander kombinieren lassen, um Zusammenhänge im Apothekenmarkt und in der Versorgung zu untersuchen.

„Wir beginnen mit einer einfachen Beschreibung der Daten und gelangen Schritt für Schritt zu einem besseren Verständnis der dahinterliegenden Zusammenhänge“, erklärten Fuhlbrück und Popp. Daraus sollen langfristig Erkenntnisse für die politische und strategische Arbeit der Apothekerschaft entstehen.

Rohdaten einzelner Apotheken bleiben geschützt

Eine wichtige Rolle spielt nach Angaben der ABDA der Datenschutz. Die Datenübermittlung soll automatisiert und nur mit Zustimmung des Apothekeninhabers erfolgen. Ein direkter Zugriff der ABDA auf die Rohdaten einer einzelnen Apotheke sei nicht vorgesehen. Stattdessen sollen die Daten verarbeitet und Auswertungen ausschließlich in anonymisierter Form bereitgestellt werden. Rückschlüsse auf einzelne Apotheken sollen damit nicht möglich sein.

Als externer Dienstleister unterstützt STACKIT das Projekt. Die Cloud-Infrastruktur wird nach Angaben der ABDA in Rechenzentren in Deutschland und Österreich betrieben. Die Daten sollen die Europäische Union nicht verlassen.

Teilnahme zunächst mit vier Warenwirtschaftssystemen

Zum Start können öffentliche Apotheken in Deutschland teilnehmen, die ein Warenwirtschaftssystem von Lauer Fischer CGM, Pharmatechnik, ADG oder Noventi einsetzen. Weitere Systeme sollen schrittweise angebunden werden. Die ABDA bittet Apotheken bereits jetzt um Interessenbekundungen. Der konkrete Onboarding-Prozess soll zu einem späteren Zeitpunkt erläutert werden.

Für die ABDA hängt die Aussagekraft des Projekts wesentlich von der Beteiligung der Apotheken ab. Je mehr Betriebe Daten zuliefern, desto breiter wird die gemeinsame Datengrundlage. Ziel ist es, die Interessenvertretung gegenüber Politik, Krankenkassen und anderen Institutionen auf eine belastbare Datengrundlage zu stützen.

Autor:
Stand:
18.09.2026
Quelle:
  1. ABDA: Pressemitteilung, 15.09.2026
  2. ABDA: ABDA DatenHub. Bedeutung und Zielsetzung

Hinweis: Bei der Recherche, Strukturierung oder Erstellung dieses Beitrags können KI-gestützte Werkzeuge unterstützend eingesetzt worden sein. Die fachliche Verantwortung, Quellenprüfung und redaktionelle Freigabe erfolgen durch Autor:innen und Redaktion.

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