Bündnis Gesundheit fordert Gipfel mit dem Kanzler

Ein Bündnis, angeführt von der Bundesärztekammer, fordert einen Gesundheitsgipfel im Kanzleramt. Als Grundlage für das Gespräch haben die Verbände Thesen zu Papier gebracht. Die ABDA und die Apothekengewerkschaft ADEXA unterstützen die Forderung.

Unzufriedenheit

Ein Bündnis Gesundheit, bestehend aus 40 Verbänden, fordert die Bundesregierung auf, einen Gesundheitsgipfel im Kanzleramt zu veranstalten. Unter der Leitung der Bundesärztekammer (BÄK) gehören auch die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. und die Apothekengewerkschaft ADEXA zu den Unterstützern.

Herausforderungen ernst nehmen

Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der BÄK, betonte auf einer Pressekonferenz am 19. September in Berlin, dass die Politik angesichts dieses breiten Zusammenschlusses die gesundheitspolitischen Herausforderungen ernst nehmen müsse. Er forderte dringend eine nachhaltige Finanzierung sowie grundlegende Strukturreformen im Gesundheitswesen. Wichtige Maßnahmen seien dabei mehr Gesundheitsförderung und Prävention, eine bessere Koordination von Gesundheitsleistungen sowie eine effizientere Nutzung der Ressourcen.

Gemeinsames Thesenpapier

Das Bündnis hat ein gemeinsames Thesenpapier erarbeitet, das als Grundlage für den geforderten Krisengipfel dienen soll. In dem Papier beschäftigt sich das Bündnis mit den großen Herausforderungen im Gesundheitssystem. Dazu zählt zum Beispiel die demografische Krise. Der demografische Wandel führt zu einer Alterung der Bevölkerung und des Gesundheitspersonals, was die Gesundheitsversorgung vor große Herausforderungen stellt.
  
Die Probleme im Gesundheitswesen können laut dem Bündnis nur durch die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen und Ministerien sowie durch strukturelle Reformen bewältigt werden. Es braucht mehr Personal im Gesundheitswesen, bessere Arbeitsbedingungen und attraktive Karrierepfade, um den Fachkräftemangel zu beheben und Abwanderungen zu verhindern.

Weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung

Strukturen im Gesundheitssystem müssten, so heißt es in dem Thesenpapier, auf die Bedürfnisse der Patienten ausgerichtet und effizient gestaltet werden. Dafür seien der Abbau von Bürokratie und eine stärkere Digitalisierung notwendig. Eine solide Finanzierung des Gesundheitssystems ist laut dem Bündnis essenziell, um Reformen durchzuführen und die Versorgung langfristig zu gewährleisten.

Budgetierungen sollen abgeschafft und versicherungsfremde Leistungen durch den Bund finanziert werden. Gesundheitliche Prävention und Gesundheitsförderung müssten einen zentralen Stellenwert in der Versorgung erhalten, um zukünftigen Belastungen entgegenzuwirken.

Zukunftssichere Gesundheitsversorgung

Die Thesen zielen darauf ab, das Gesundheitssystem langfristig stabil, qualitativ hochwertig und effizient zu gestalten. Die Erstellung des Thesenpapiers fand in zwei Sitzungen statt, an denen Vertreter der Bundesapothekerkammer und der ABDA beteiligt waren. Das Papier wurde von der ABDA mitunterzeichnet. Das Bündnis ist überzeugt, dass nur durch diese Maßnahmen eine zukunftssichere, patientenorientierte Gesundheitsversorgung erreicht werden kann.

Nicht der erste Appell

Dem aktuellen Schulterschluss gingen bereits andere Zusammenschlüsse voran. Schon im Oktober 2022 und April 2023 hatten führende Vertreter des Gesundheitswesens, darunter die Präsidentin der ABDA, Gabriele Regina Overwiening, und der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, öffentlich auf die Probleme im Gesundheitssektor hingewiesen und gefordert, dass Bundeskanzler Olaf Scholz die Gesundheitspolitik zur Chefsache erklärt.

Autor:
Stand:
26.09.2024
Quelle:
  1. ABDA, Pressemitteilung: Bündnis Gesundheit fordert Gesundheitsgipfel im Kanzleramt, 20.09.2024
  2. Bündnis Gesundheit: Zukunft des Gesundheitswesens ressortübergreifend sichern. Thesenpapier des Bündnis Gesundheit
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