Patienten sollten Notfalldaten auf eGK hinterlegen

Auf der elektronischen Gesundheitskarte können Notfalldaten gespeichert werden. Die gematik weist gemeinsam mit verschiedenen ärztlichen Verbänden darauf hin, dass diese Möglichkeit häufiger genutzt werden sollte.

eGK

Schnell verfügbare Notfalldaten können im Ernstfall Leben retten. Darauf weisen die gematik, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DGK), die Bundesärztekammer (BÄK) sowie weitere Partner in einer gemeinsamen Pressemitteilung hin. Informationen zu Allergien, Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten können auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert werden. So können Rettungskräfte in akuten Notfällen wichtige Erstinformationen erhalten.

Notfalldaten stärker nutzen

Eine Umfrage der gematik im Rahmen des TI-Atlas 2021 ergab, dass nur 14% der gesetzlich Versicherten über die Möglichkeit, ihre Notfalldaten auf der eGK speichern zu können, informiert sind. Bis Ende September 2021 wurden knapp 500.000 Notfalldatensätze von niedergelassenen Vertragsärzten angelegt. Im Rahmen der Informationsoffensive soll die Bedeutung der Notfalldaten verdeutlicht und verbreitet werden.

Wichtige Erstinformationen

„In Rettungsstellen kommt es jeden Tag zu Situationen, in denen Patientinnen und Patienten aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Anamnese beitragen können – zum Beispiel aufgrund von Schmerzen, dementiellen Erkrankungen, Drogenabusus oder Sprachbarrieren. Mit einem Notfalldatensatz auf der Gesundheitskarte wären die Ärztinnen und Ärzte mit einem Blick über mögliche Vorerkrankungen und Medikationen sowie beispielsweise über Kontaktdaten von behandelnden Kolleginnen und Kollegen informiert. Die Notfalldaten können also die Notfallversorgung enorm verbessern.“, erklärt Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer.

Auch Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhaus¬gesellschaft, macht deutlich, dass es bei der Versorgung von Notfallpatienten extrem wichtig ist, bereits bei der (Not-)Aufnahme im Krankenhaus von unbekannten Patienten Informationen zu Diagnosen, Medikation, Allergien/Unverträglichkeiten und Hinweise auf Besonderheiten aus ärztlicher Sicht zur Verfügung zu haben. „Diese Notfalldaten würden wir uns bei jeder Patientenaufnahme wünschen.“

Hinterlegung der Daten auf der eGK

Um die Notfalldaten auf der eGK zu hinterlegen, können die Patienten sich an ihre Ärztinnen und Ärzte wenden. Nach einem Aufklärungsgespräch können auch Personen, die im Notfall kontaktiert werden sollen, hinterlegt werden.

Datenschutz

Ärzte dürfen nur im Notfall oder mit Einwilligung der Versicherten auf die Daten zugreifen. Versicherte können ihre Notfalldaten zudem mit dem Karten-PIN ihrer Gesundheitskarte schützen.

Autor:
Stand:
24.06.2022
Quelle:

Gematik: Pressemitteilung – Notfalldaten retten Leben (21.06.2022)

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