Maligne Transformation bei oralen Krebsvorläufern

Die Studie unterstreicht, dass die Anwesenheit einer oralen epithelialen Dysplasie der stärkste Prädiktor für eine maligne Transformation bleibt. Die Addition der DNA-Aneuploidie erhöhte die Vorhersagestärke.

Untersuchung Mund Zahnarzt

Orale Leukoplakie und proliferative verruköse Leukoplakie

Orale potentiell maligne Erkrankungen sind eine heterogene Gruppe, die eine maligne Transformationsrate zwischen 1,4 bis 49,5% haben. Die lokalisierte orale Leukoplakie (OL) ist eine der häufigsten dieser Erkrankungen. Sie ist durch die Präsenz von weißen plaqueartigen Läsionen, die sich nicht abstreifen lassen, charakterisiert.

Auf der anderen Seite gibt es noch die proliferative verruköse Leukoplakie (PVL). Dies ist eine seltene Erkrankung mit vielen, multifokalen, simultanen Leukoplakien, die große Gebiete der oralen Mukosa bedecken. Sie hat den größten Anteil an der Mundhöhlenkarzinomentwicklung verglichen mit anderen oralen potentiell malignen Erkrankungen.

Prädiktoren für maligne Transformation

Der beste Prädiktor für die maligne Transformation bei oraler Leukoplakie ist die Anwesenheit von high-grade oralen epithelialen Dysplasien. Nichtsdestotrotz gibt es einen Anteil der Mundhöhlenkarzinome, die von einer oralen Leukoplakie abstammen, die histopathologisch als nichtdysplastisch klassifiziert wurde. Das muss beachtet werden, da 80% der oralen Leukoplakien keine oralen epithelialen Dysplasien (OED) enthalten. Es wäre also sehr hilfreich einen Biomarker zu finden, der Läsionen mit hohem Risiko für eine maligne Transformation identifiziert.

Studie untersuchte Faktoren für eine maligne Transformation

Eine aktuelle prospektive Observationsstudie untersuchte daher Faktoren der malignen Transformation bei lokalisierter oraler Leukoplakie und proliferativer verruköser Leukoplakie.

Insgesamt wurden 133 Patienten mit oraler Leukoplakie und 20 Patienten mit proliferativer verruköser Leukoplakie eingeschlossen. Die Studie lief über sechs Jahre.
Patienten mit einer oralen Leukoplakie waren im Durchschnitt 60 Jahre alt. Die proliferativen verrukösen Leukoplakie-Patienten waren zehn Jahre älter.

PVL trat vermehrt bei Frauen auf

Patienten mit oraler Leukoplakie hatten ein ausgewogenes Verhältnis Männer zu Frauen, während bei den PVL-Patienten die Frauen überwogen. PVL-Patienten rauchten weniger und nahmen signifikant weniger Alkohol zu sich im Vergleich zu den OL-Patienten.

Beide Läsionen zeigten sich primär als Plaques, die oberflächlich, solide und erhaben waren. Die zweit häufigste Manifestationsform der OL war die Anwesenheit eines flachen Gebietes mit veränderter Farbe (26%), während sich die PVL als verruköse Läsionen zeigten. Hochrisikolokalisationen, wie die Ränder der Zunge bzw. ventrale Zunge, Mundboden und weicher Gaumen, waren bei 61 Patienten betroffen, während die verbleibenden 92 Patienten Läsionen an Stellen aufwiesen, die nicht als hochriskant gelten, nämlich die vestibuläre/bukkale Mukosa, Gingiva, harter Gaumen und Lippen.

Bei PVL häufiger maligne Transformation gegenüber OL

Während der mittleren Follow-Up-Zeit von 7,8 Jahren erlitten 50% der Patienten mit PVL eine maligne Transformation, während dies nur bei 4,5% der oralen Leukoplakie-Patienten zutraf. Dies entsprach einer malignen Transformationsrate von 4,9 pro 1.000 Personenjahren.

Zu einer malignen Transformation bei einer PVL kam es vor allem an Gingiva und hartem Gaumen.

OED stärkster Prädiktor für maligne Transformation bei oraler Leukoplakie

In einer multivariaten Analyse war eine orale epitheliale Dysplasie der stärkste Prädiktor für eine maligne Transformation einer oralen Leukoplakie. 23,8% der Patienten, die eine orale epitheliale Dysplasie aufwiesen, zeigten eine Progression zur malignen Transformation.

Vorhersagestärke durch Hinzufügen der DNA-Aneuploidie erhöht

Eine DNA-Aneuploidie wurde bei 52,2% aller dysplastischen Läsionen und in 23,8% der nichtdysplastischen Läsionen beobachtet. Die Kombination der Anwesenheit einer oralen epithelialen Dysplasie und der DNA-Aneuploidie erhöhte die Vorhersagestärke für das Model.

Interessanterweise war das höhere Risiko einer malignen Transformation bei PVL nach Exklusion der Patienten, die eine orale epitheliale Dysplasie aufwiesen, nicht mit einer höheren Prävalenz einer DNA-Aneuploidie assoziiert.

Autor:
Stand:
25.09.2023
Quelle:

Pentenero et al. (2023): Predictors of malignant transformation in oral leukoplakiaand proliferative verrucous leukoplakia: An observational prospective study including the DNA ploidy status. Head and Neck, DOI: https://doi.org/10.1002/hed.27483

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