Krebs bleibt weltweit eine der häufigsten Todesursachen mit über 9,7 Millionen Todesfällen jährlich. Trotz moderner Therapien und Präventionsstrategien bleibt die Mortalität durch Krebs eine erhebliche Herausforderung, vor allem in fortgeschrittenen Stadien. Eine aktuelle Metaanalyse beleuchtet die Bedeutung von Muskelkraft und kardiorespiratorischer Fitness bei der Vorhersage von Überlebensraten.
Fitness als Prädiktor für Mortalität bei Krebs
Die Analyse umfasste 42 Studien mit 46.694 Krebspatienten. Die wichtigsten Ergebnisse zeigen klare Vorteile für Patienten mit höherer körperlicher Fitness:
- Muskelkraft: Patienten mit überdurchschnittlicher Muskelkraft wiesen eine um 31 % geringere Gesamtmortalität auf. Besonders in fortgeschrittenen Krebsstadien konnte das Risiko um bis zu 46 % gesenkt werden.
- Kardiorespiratorische Fitness: Ein hohes Fitnessniveau reduzierte die Gesamtmortalität ebenfalls deutlich um 46 %. Jede Verbesserung (z. B. der VO₂max) brachte zusätzliche Vorteile.
- Krebsspezifische Mortalität: Steigerungen der kardiorespiratorischen Fitness korrelierten mit einem Rückgang von krebsbedingten Todesfällen um 18 %. Allerdings fehlen noch umfangreiche Subgruppenanalysen.
Mechanismen und klinische Relevanz
Muskelkraft und Fitness wirken sich auf vielfältige Weise auf die Gesundheit von Krebspatienten aus, unter anderem durch:
- Metabolische Vorteile: Verbesserte Stoffwechselprozesse können die Tumorprogression bremsen.
- Entzündungshemmung: Weniger systemische Entzündungen, die häufig mit Krebserkrankungen einhergehen.
- Therapieansprechen: Optimierung der Verträglichkeit und Wirksamkeit von onkologischen Behandlungen.
Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, körperliche Fitness bei Krebspatienten systematisch zu fördern. Die Integration körperlicher Fitness in die onkologische Betreuung könnte nicht nur die Überlebensraten verbessern, sondern auch die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig erhöhen.