Die Onkologie ist ein komplexes und dynamisches medizinisches Fachgebiet, das kontinuierlich durch neue Forschungsergebnisse, Behandlungsmöglichkeiten, Zulassungen und Zulassungserweiterungen geprägt wird. In dieser anspruchsvollen Disziplin ist die Wahl der richtigen Therapie entscheidend für den Behandlungserfolg von Krebspatienten. Angesichts der Vielzahl möglicher Optionen und der individuellen Bedürfnisse jedes Patienten stellt eine kompetente und zeitnahe Entscheidungsfindung eine große Herausforderung dar.
Digitale Unterstützung durch die Onko-App
Seit 2018 bietet die Onko-App eine digitale Plattform, auf der medizinische Fachkräfte, insbesondere Onkologen, auf aktuelle, geprüfte Daten zugreifen können. Die Onko-App ist so aufgebaut, dass sie in immer feineren Verästelungen die Auswahl der für den individuellen Fall benötigten Informationen bereitstellt.
Über Entscheidungsknotenpunkte klickt man sich dabei immer weiter. So lassen sich bis in späte Therapielinien Behandlungssituationen nachvollziehen. In dieser Baumstruktur sind zurzeit schon über eine halbe Million Entscheidungsknoten verfügbar.
Binnen 14 Tagen: Integration aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse
Die Onko-App kombiniert aktuelle klinische Leitlinien (Onkopedia, AWMF, ESMO, NCCN) mit neuen wissenschaftlichen Daten, um Behandlungsansätze zu empfehlen. Diese umfassen neben operativen und strahlentherapeutischen Verfahren die Auswahl von medikamentösen Therapien, basierend auf den genetischen und molekularen Merkmalen des Tumors sowie den jeweiligen Vortherapien. Zudem weist die App auf diagnostische Tests und Marker hin, die für eine Therapieentscheidung erforderlich sind, wie den PD-L1-Status oder Mutationen und Resistenzmechanismen.
Einsatzmöglichkeiten in der klinischen Praxis
Zusätzlich zur Diagnoseunterstützung in der Behandlungsplanung kann die Onko-App auch in Tumorkonferenzen oder intradisziplinären Besprechungen genutzt werden. Hier werden verschiedene Fälle und Behandlungsmöglichkeiten gemeinsam besprochen. Die Onko-App hilft dabei, relevante Informationen zu aggregieren, Empfehlungen aus aktuellen Leitlinien und Studien zu extrahieren und so den Entscheidungsprozess zu erleichtern. Getroffene Entscheidungen können mit der Onko-App dokumentiert werden. Dies trägt nicht nur zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen den Fachdisziplinen bei, sondern reduziert auch das Risiko von Fehlentscheidungen.
Weitere Funktionen der Onko-App
Für alle onkologisch medikamentösen Therapieansätze stehen in der Onko-App Aufklärungstexte zu den jeweiligen Wirkstoffkombinationen zur Verfügung. Das sind bearbeitbare Textdateien, sodass Ärzte die Patientenaufklärung an spezifische Bedürfnisse anpassen können.
Darüber hinaus bietet die Onko-App viele weitere Funktionen. Sie enthält eine Datenbank mit Arzneimittelinteraktionen, die es ermöglicht, potenzielle Wechselwirkungen zwischen verschriebenen Arzneimitteln, aber auch freiverkäuflichen Medizinprodukten oder Nahrungsmitteln zu überprüfen, was für die Patientensicherheit von entscheidender Bedeutung ist.
Für die schnelle Information zu Wirkstoffen und Arzneimitteln enthält die Onko-App über 400 Steckbriefe. Dazu gehören Informationen über verfügbare Wirkstoffe in Europa und den USA, einschließlich Supportivtherapien.
Regelmäßige Aktualisierung und Verfügbarkeit
Die Onko-App wird wöchentlich aktualisiert, um die neuesten Entwicklungen in der Onkologie zu berücksichtigen. Mit über 500.000 Entscheidungsmöglichkeiten, 40.000 Studienverweisen und einer Interaktionsdatenbank mit über 400 Wirkstoffen wird eine stets aktuelle und breite Wissensbasis gewährleistet.
Neben fundierten Therapieentscheidungen bietet die App auch aufbereitete Aufklärungstexte zu medikamentösen Therapieansätzen, die individuell an die Bedürfnisse der Patienten angepasst werden können.
Nutzung und Verbreitung
Die Onko-App ermöglicht eine effektive und sichere Behandlung von Krebspatienten unter Berücksichtigung individueller Bedürfnisse und aktueller medizinischer Erkenntnisse.
Sie bietet Ärzten die nötige Unterstützung, um die richtigen Entscheidungen zu treffen, die Qualität der Versorgung zu steigern und letztlich die Prognose der Patienten zu verbessern.
Ursprünglich für den internen Gebrauch im St. Johannes Hospital Dortmund entwickelt, wird die Onko-App mittlerweile in zahlreichen Krankenhäusern, niedergelassenen Praxen und öffentlichen Apotheken in Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz genutzt.
Das St. Johannes Hospital stellt den Zugang für medizinische Fachkreise kostenlos zur Verfügung.








