Hautkrebs auf dem Vormarsch – Notwendigkeit von Schutz und Früherkennung

Mit Besorgnis betrachten Experten die Entwicklung der Hautkrebs-Todesfälle, die in den letzten 20 Jahren um 55% angestiegen sind. Die Gesamtzahl der Krebstodesfälle nahm dabei lediglich um 10% zu. Angesichts dessen ist effektiver Schutz und rechtzeitige Früherkennung von größter Bedeutung.

Haukrebsvorsorge

Besorgniserregende Entwicklung der hautkrebsbedingten Todesfälle

Laut einem Bericht des Statistischen Bundesamtes ist die Anzahl der Todesfälle aufgrund von Hautkrebs in den letzten zwei Jahrzehnten um 55% angestiegen.

Im Jahr 2001 wurden 2.600 Todesfälle durch Hautkrebs verzeichnet, während diese Zahl im Jahr 2021 auf 4.100 angestiegen ist. Im Vergleich dazu stieg die Gesamtzahl der Todesfälle aufgrund von Krebs im gleichen Zeitraum nur um 10% an.

Es wird befürchtet, dass sich die Anzahl der hautkrebsbedingten Todesfälle aufgrund des Klimawandels und der erhöhten Sonnenstunden sowie der steigenden UV-Belastung weiter drastisch erhöhen könnte. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass jeder einzelne effektive Maßnahmen ergreift, um sich vor Hautkrebs zu schützen.

Effektive Schutzmaßnahmen vor UV-Strahlung

Um den schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlung vorzubeugen, sind verschiedene Maßnahmen zu beachten. Längere Sonneneinstrahlung, insbesondere zwischen 11 und 15 Uhr, sowie Sonnenbrände gilt es zu verhindern. Eine wirksame Schutzmaßnahme ist das Tragen von Kleidung und Sonnenbrillen, die den UV-Standard 801 bzw. UV-400 erfüllen, um Haut und Augen optimal zu schützen.

Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sollten großzügig aufgetragen werden, wobei etwa vier Esslöffel für den gesamten Körper empfohlen werden. Es ist wichtig, die Sonnencreme regelmäßig nachzutragen, um den Schutz aufrechtzuerhalten, vor allem nach dem Schwitzen oder Baden.

Besondere Achtsamkeit ist bei Kindern geboten, die besonders sensibel auf UV-Strahlen reagieren. Säuglinge im ersten Lebensjahr sollten grundsätzlich keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Individuelles Hautkrebs-Risiko – Einfluss durch verschiedene Faktoren

Das individuelle Risiko für Hautkrebs wird nicht allein von der insgesamt aufgenommenen UV-Strahlung bestimmt, sondern es wird auch von verschiedenen persönlichen Faktoren beeinflusst. Ein entscheidender Faktor ist der Hauttyp, welcher – basierend auf der angeborenen Pigmentierung - in sechs Kategorien (I-VI) eingeteilt wird. In Mitteleuropa sind vor allem die sonnenempfindlicheren Hauttypen I-III weit verbreitet.

Darüber hinaus spielt auch das Immunsystem eine entscheidende Rolle: Menschen mit geschwächter Immunfunktion, zum Beispiel nach Organtransplantationen oder bei längerer Einnahme von stark immununterdrückenden Medikamenten, haben ein erhöhtes Risiko, insbesondere an weißem Hautkrebs zu erkranken.

Bedeutung der Hautkrebsfrüherkennung

Ein wesentliches Mittel zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung von Hautkrebs ist das Hautkrebs-Screening. Gesetzlich versicherte Personen ab dem Alter von 35 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine kostenlose Untersuchung zur Hautkrebsfrüherkennung.

Hierbei überprüfen speziell geschulte Ärzte die Haut und Schleimhäute des Körpers. Bei verdächtigen Befunden erhalten die Betroffenen eine individuelle Beratung über das weitere Vorgehen, um mögliche Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

Vorsicht vor falschen Annahmen

Es kursieren zahlreiche irreführende Informationen über einen vermeintlich natürlichen Schutz vor UV-Strahlung, die Menschen dazu verleiten könnten, ungeschützt der Sonne ausgesetzt zu sein. Einige halten den Besuch eines Solariums für einen Schutz vor Sonnenbrand oder glauben, dass Sonnenbrand die Haut "abgehärtet" und vor UV-Strahlung geschützt wird.

Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes, klärt über diese Irrtümer auf: "Diese Annahmen sind falsch. Ungeschützte UV-Strahlung kann Schäden in den Hautzellen verursachen, die im Laufe der Zeit zur Entstehung von Hautkrebs beitragen können."

Fazit

Angesichts der wachsenden Zahl an hautkrebsbedingten Todesfällen ist der Schutz vor UV-Strahlung und die rechtzeitige Erkennung von Hautkrebs von großer Bedeutung. Es liegt in der Verantwortung eines jeden Einzelnen, angemessene Schutzmaßnahmen zu ergreifen und regelmäßige Untersuchungen der Haut durchführen zu lassen.

Die Kombination aus Schutzmaßnahmen und einer frühzeitigen Erkennung ermöglicht es, das Hautkrebsrisiko zu minimieren und die langfristige Gesundheit unserer Haut zu schützen.

Autor:
Stand:
01.08.2023
Quelle:

Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), Pressemeldung, 17.07.2023

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