Anbieter der pädiatrischen Primärversorgung sind entscheidend für die Früherkennung und das Management von Hörveränderungen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen. Eine frühzeitige Erkennung und Intervention sind essenziell, um nachhaltige negative Konsequenzen zu vermeiden.
Dies sichert zudem eine angemessene Überweisung, Unterstützung für die Familien und Zugang zur Sprache durch adäquate medizinische und audiologische Frühinterventionsmaßnahmen sowie Gemeinschaftsressourcen für Gehörlose in ihren Gemeinden.
Aktualisierte Leitlinien der Amerikanischen Akademie für Pädiatrie
Die American Academy of Pediatrics (AAP) hat vor kurzem einen neuen klinischen Bericht herausgebracht, der den Bericht aus dem Jahr 2009, betitelt als "Höruntersuchung bei Säuglingen und Kindern: Empfehlungen jenseits des Neugeborenen-Screenings", ablöst.
Dieser aktuelle Bericht enthält bedeutende Aktualisierungen, einschließlich neuester Informationen zur Risikobewertung, Anpassungen an das Bright Futures/Early Hearing Detection and Intervention (EHDI)-Implementierungsblatt, überarbeitete Terminologie und eine vertiefte Diskussion über die Bereitstellung von betreutem Wohnen für Kinder, die gehörlos oder schwerhörig (D/HH) sind.
Die Bedeutung der Früherkennung
Kinder, bei denen eine Hörschwelle von über 20 dB nachgewiesen wird, werden als D/HH klassifiziert. Eine verspätete Erkennung von Hörveränderungen in der frühen Kindheit, kombiniert mit einem Mangel an zeitnaher und adäquater Unterstützung für den Sprachzugang, kann häufig zu Entwicklungsverzögerungen und bleibenden Defiziten führen.
Dies beeinträchtigt nachweislich das sequenzielle Gedächtnis, abstraktes Denken, exekutive Funktionen, akademische Leistungen, soziale Anpassungsfähigkeit und emotionales Wohlbefinden. Untersuchungen haben ergeben, dass eine frühzeitige Bestimmung des Hörvermögens und Interventionen zur Sicherstellung des Sprachzugangs innerhalb der ersten sechs Lebensmonate die Sprachentwicklung positiv beeinflussen und somit das Potenzial besitzen, viele dieser negativen Auswirkungen abzumildern.
Kontinuierliche Risikobewertung und Management
Die neuesten Empfehlungen der Amerikanischen Akademie für Pädiatrie unterstreichen die Bedeutung einer durchgängigen Risikobewertung zwischen dem Neugeborenen-Hörscreening und dem vierten Lebensjahr. Diese Bewertung basiert auf subjektiven Beurteilungen, die sich an Entwicklungsmeilensteinen und körperlichen Untersuchungen ausrichten, sowie auf objektiven, technologiebasierten Hörtests für Kinder von vier Jahren bis zur Adoleszenz.
Während der kritischen neurologischen Phase der Sprachentwicklung, die von der Geburt bis zum fünften Lebensjahr andauert, stellt die Risikobewertung den ersten Schritt zur Identifikation von Säuglingen und Kleinkindern mit Hörveränderungen dar, die eine objektive Hörprüfung erfordern.
Empfehlungen im Überblick
Die Verfasser des klinischen Berichts haben sieben zentrale Empfehlungen für das Hörscreening bei Kindern und Jugendlichen dargelegt:
- Jedes Kind sollte einer Risikobewertung für Hörveränderungen unterzogen werden und, unabhängig von den Risikofaktoren, gemäß den Empfehlungen von Bright Futures/AAP einem Hörtest unterzogen werden.
- Bei klinischer Besorgnis oder wenn Pflegepersonen dauerhafte oder wiederkehrende Hörveränderungen befürchten, sollten Kinder jeden Alters umgehend einem objektiven Hörtest unterzogen werden.
- Kinder, bei denen in einem oder beiden Ohren atypische Hörgrenzen festgestellt wurden, sollten zur audiologischen Diagnose und Untersuchung an einen Audiologen überwiesen werden.
- Bei Kindern mit Entwicklungs- und/oder Verhaltensstörungen, für die Verhaltensaudiometrie ungeeignet ist, kann eine audiologische Untersuchung mittels elektrophysiologischer Hörtests mit Sedierung angebracht sein.
- Die Ergebnisse der Hörtests bei Neugeborenen und Kindern sollten mit den Familien erörtert und dokumentiert werden, um die Nachverfolgung zu erleichtern.
- Screening-Tests sollten nicht mehr als einmal vor der Überweisung zur audiologischen Konsultation und weiteren Untersuchungen wiederholt werden, um falsch-negative Ergebnisse und Verzögerungen bei der Identifikation zu vermeiden.
- Wenn die umfassende audiologische Untersuchung ein Kind als D/HH identifiziert, sollten die Bedeutung und die Notwendigkeit weiterer Unterstützungsmaßnahmen mit den Eltern und der schulischen Umgebung besprochen werden. Überweisungen an spezialisierte Frühinterventionszentren oder andere medizinische Fachgebiete können erforderlich sein.
Die rechtzeitige Erkennung und das angemessene Management von Hörveränderungen bei Kindern sind essenziell, um die optimale Entwicklung und Lebensqualität dieser jungen Menschen sicherzustellen. Hierbei ist die Integration von Familien und Gemeinschaftsressourcen für Gehörlose von großer Bedeutung.










