Steigerung der Lebensqualität durch Cochlear Implants

Die Langzeitnutzung eines Cochlear Implants bei prälingual ertaubten Kindern ermöglicht diesen nicht nur den Spracherwerb, sondern führt zu vergleichbaren Bildungslevel und Beschäftigungsverhältnissen wie in der Allgemeinbevölkerung.

Cochlear-Implant

Ein Cochlear Implant (CI) ist für die auditorische Rehabilitation und die Entwicklung der oralen Kommunikationsfähigkeiten bei Kindern mit starker Hörminderung empfohlen.

Das ideale Outcome des CIs sollte nicht nur Verbesserungen im Hören und Sprechen umfassen, sondern auch die Lebensqualität der Empfänger. Wichtige Komponenten für das mentale und soziale Wohlbefinden stellen der Bildungs- und Beschäftigungsstatus der Menschen dar und können als Outcomes gemessen werden.

Studie zur Bildung und Beschäftigung von prälingual ertaubten Patienten

Eine retrospektive Studie untersuchte den Bildungs- und Beschäftigungsstatus von prälingual ertaubten Kindern, die ein CI vor dem siebten Lebensjahr erhielten. Dabei wurden der letzte Bildungs- und Beschäftigungsstatus sowie der Word Recognition Score (WRS) erhoben. Dieser ist ein Maß zur Bewertung des Hörvermögens. Es handelt sich um einen Prozentsatz, der angibt, wie viele einzelne Wörter ein Individuum korrekt identifizieren kann, wenn sie außerhalb eines Kontexts präsentiert werden.

Insgesamt wurden 71 Kinder in die Studie eingeschlossen. Das mittlere Alter zum Operationszeitpunkt betrug 3,9 Jahre. Das Alter zur Erhebung des Langzeitstatus betrug 22,4 Jahre, die mittlere Follow-Up Zeit 15,7 Jahre.

WRS und Alter zum Operationszeitpunkt

Der mittlere WRS zum spätesten Follow-Up-Zeitpunkt lag bei 53%. Das Alter zum Operationszeitpunkt korrelierte negativ mit dem WRS (p=0,02). Kinder, die während der prä-CI-Zeit Hörhilfen nutzten und Sprachtherapie erhielten, erreichten einen höheren WRS. Dies war selbst dann der Fall, wenn das CI später implantiert wurde. Auch familiäre Unterstützung und verbleibendes Resthörvermögen führten zu einem höheren WRS.

Universitätszugangsrate von CI-Patienten

Alle Studienteilnehmer hatten die High School abgeschlossen oder einen äquivalenten Schulabschluss erreicht. Die Zugangsrate der CI-Patienten zur Universität (74,6%) war vergleichbar mit der der Allgemeinbevölkerung (72,5%).

Studienteilnehmer, die ein College besuchten, wiesen einen signifikant besseren WRS auf als die Teilnehmer, die keine Universität besuchten (51,4% vs. 19,3%).

Beschäftigungsstatus der Teilnehmer

Unter Ausschluss der 30 Teilnehmer, die zum Erfassungszeitpunkt ein College besuchten, waren 26 (62%) der verbleibenden 41 Studienteilnehmer beschäftigt und in verschiedenen beruflichen Aktivitäten engagiert. Von diesen waren 81% über ein Berufsförderungsinstitut oder über spezielle Rekrutierungsstrategien für Behinderte oder Benachteiligte beschäftigt.

Fazit

Die Langzeitnutzung eines CIs bei prälingual ertaubten Kindern ermöglicht diesen das Erreichen vergleichbarer Bildungslevel und Beschäftigungsverhältnissen wie in der Allgemeinbevölkerung.

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