Individuelle Faktoren beeinflussen die Nutzung und den Effekt von Schlaf-Apps

Eine aktuelle Studie untersucht den Zusammenhang zwischen individuellen Faktoren und der Nutzung sowie den subjektiven Erfahrungen mit Schlaf-Apps bei jungen Erwachsenen.

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Schlaf-Apps zur Optimierung des Schlafes erfreuen sich zunehmender Beliebtheit

In den letzten Jahren stieg das Interesse am Schlaf und schlafbezogenen Themen stetig. So erschienen hierzu immer mehr Bücher und Online-Videos. Es kamen auch eine Vielzahl von Produkten auf den Markt, die helfen sollen, den Schlaf zu optimieren. 

Ein relativ neues Tool in diesem Zusammenhang sind Schlaf-Apps. Diese bieten neben diversen Gesundheitsanalysen auch schlafbezogene Funktionen, wie Einschlafhilfen und Schlafanalysen. Die meisten dieser Apps basieren auf Sensoren, die bereits im Smartphone integriert sind. Andere nutzen tragbare Sensoren, um beispielsweise die Herzfrequenz oder die Sauerstoffsättigung zu erfassen. Andere Schlaf-Apps konzentrieren sich darauf, den Schlaf zu beeinflussen. Dies erfolgt beispielsweise mittels Audiofeedback, um Entspannung zu erleichtern und den Schlaf zu fördern.

Was können Schlaf-Apps?

Frühere Studien, die Schlaf-Apps untersuchten, fanden positive und negative Effekte auf den Schlaf der betroffenen Person. So können diese helfen, den Schlaf zu verbessern. Auf der anderen Seite zeigten einige Apps nur eine schlechte Übereinstimmung mit der subjektiven Schlafqualität der Menschen. 

Studie: Welche Beziehung besteht zwischen individuellen Faktoren und Schlaf-App-Nutzung?

Trotz der steigenden Beliebtheit von Schlaf-Apps gibt es bislang wenig fundierte Informationen darüber, welche Bevölkerungsgruppen diese verwenden und welche individuellen Faktoren die Nutzung von Schlaf-Apps und deren Effekten auf den Schlaf beeinflussen.  

Um diese Wissenslücken zu füllen, wurde eine aktuelle Studie mit 940 jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 30 Jahren durchgeführt. Die Teilnehmer wurden über die Online-Plattform Prolific rekrutiert und gebeten einen umfassenden Fragebogen auszufüllen. Dieser enthielt Fragen zu demografischen Daten, Schlaftypen (Morgen-,Abendmensch), Insomnie-Symptomen sowie Persönlichkeitsmerkmalen. Ferner wurden Informationen zur Nutzung von Schlaf-Apps und den damit gemachten Erfahrungen erbeten.

Ein Drittel der Befragten nutzte bereits Schlaf Apps

Die Studienergebnisse liefern interessante Einblicke in die Nutzung und Wahrnehmung von Schlaf-Apps unter jungen Erwachsenen. So ergab die Analyse, dass insgesamt 346 (36,8 %) der Befragten aktuell oder in der Vergangenheit Schlaf-Apps nutzen bzw. genutzt haben.

Schlaf-Apps wurden eher von Älteren genutzt

Vor allem war das Alter positiv mit der Schlaf-App-Nutzung assoziiert. Die Forscher vermuten als Erklärung hierfür, dass Menschen mit höherem Alter eher auf solche Apps stoßen. Das Alter war neben dem Persönlichkeitsmerkmal der „Verträglichkeit“ zudem mit einem höheren Vertrauen in die Anwendungen assoziiert. 

Menschen mit höherem Bildungsgrad und größerer Offenheit für Erfahrungen bewerteten die Apps eher kritisch

Ein höherer Bildungsgrad hingegen führte zu einem geringeren Vertrauen in die Apps. Weiterhin bewerteten Personen mit größerer Offenheit für Erfahrungen die Apps eher kritisch. Die Studienautoren vermuten als Ursache ihre Fähigkeit zu lernen und zu verstehen.  

Personen mit Insomnie nutzten die Apps häufiger, profitierten aber weniger 

Eine Personengruppe, die vermehrt Schlaf-Apps verwendet, sind Menschen mit Insomniesymptomen. Die Wissenschaftler vermuten, dass sie aktiv nach Lösungen suchen, um ihren Schlaf zu verbessern. Sie berichteten jedoch auch häufiger von negativen Effekten der App-Nutzung, wie erhöhtem Stress oder gesteigerter Besorgnis in Bezug auf den eigenen Schlaf. Hier könnte eine Rolle spielen, dass sie sich intensiv auf ihren Schlaf konzentrieren und so ungewollt die Insomnie aufrechterhalten. 

Von Schlaff-Apps profitierten eher Männer und Morgenmenschen

Die Wissenschaftler analysierten zudem, wer von einem positiven Effekt, wie beispielsweise einer erhöhten Priorisierung des Schlafs oder einem gesteigerten Interesse am eigenen Schlafverhalten der Schlaf-Apps profitiert. Sie sahen, dass dies insbesondere Morgenmenschen und Männer sind. Individuen mit einer höheren Bildung gaben hingegen  tendenziell weniger positive Effekte an. 

Individuelle Charakteristika beeinflussen mögliche Therapieeffekte von Schlaf-Apps

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass individuelle Charakteristika die Effekte, die Schlaf-Apps bei der jeweiligen Person hervorrufen könnten, beeinflussen. Fachkräfte sollten dies bei der Beratung zur Nutzung von Schlaf-Apps miteinbeziehen.

Autor:
Stand:
24.05.2025
Quelle:

Pallesen et al. (2025): The use and subjective experience of sleep apps and their relationship with personality characteristics among young adults. Frontiers in Sleep. DOI: https://doi.org/10.3389/frsle.2025.1499802

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