83 Prozent recherchieren online zu Gesundheit – AOK führt Siegel ein

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbands zeigt: 83 Prozent der Deutschen recherchieren zu Gesundheitsthemen im Internet. Dabei fühlen sich viele durch die Ergebnisse ihrer Recherchen verunsichert. Um mehr Orientierung zu schaffen, führt die AOK ein Qualitätssiegel ein.

Laptop Frau

Berlin. Mehr als acht von zehn Menschen in Deutschland nutzen das Internet, um sich über gesundheitliche Fragen zu informieren. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des AOK-Bundesverbands. Demnach geben 83 Prozent der Befragten an, online nach Informationen zu Erkrankungen, Symptomen, Therapien oder Präventionsangeboten zu suchen.

Gleichzeitig zeigt die Erhebung deutliche Unsicherheiten im Umgang mit den gefundenen Inhalten. Vor diesem Hintergrund hat der AOK-Bundesverband ein Qualitätssiegel für fachgeprüfte Gesundheitsinformationen entwickelt, das verlässliche Inhalte besser sichtbar machen soll.

Sorgfältige Recherchen: Sehr große Mehrheit nutzt mehrere Informationsquellen 

Laut Umfrage nutzen 90 Prozent derjenigen, die im Internet nach Gesundheitsthemen suchen, mehr als nur eine Quelle. Dennoch bleibt die Bewertung der Inhalte für viele offenbar schwierig. 61 Prozent der Befragten geben an, die im Netz gefundenen Informationen seien häufig widersprüchlich. 53 Prozent zweifeln an der Richtigkeit einzelner Angaben. 27 Prozent sind nach eigenen Angaben bereits auf Informationen gestoßen, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt haben. 23 Prozent berichten sogar, sich nach der Recherche unwissender zu fühlen als zuvor.

Darüber hinaus geben 74 Prozent der Verunsicherten an, es falle ihnen schwer, verlässliche Quellen zu erkennen. 73 Prozent vermuten, dass Suchergebnisse im Internet kommerziell beeinflusst sind oder entsprechend wirken. 66 Prozent vermissen Informationen darüber, ob die Online-Informationen wissenschaftlich überprüft wurden.

KI-Ergebnisse werden von jungen Menschen mehr genutzt als von älteren

Die Umfrage erfasst auch die Nutzung KI-gestützter Suchergebnisse. 16 Prozent der Befragten geben an, bereits Suchergebnisse genutzt zu haben, die mithilfe künstlicher Intelligenz generiert wurden. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Altersgruppen: Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt der Anteil bei 35 Prozent, bei den über 60-Jährigen bei 6 Prozent.

Auch beim Vertrauen in KI als Informationsquelle bestehen Unterschiede. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen geben 21 Prozent an, KI-gestützten Informationen zu vertrauen. Bei den über 60-Jährigen sind es sieben Prozent.

Neues Qualitätssiegel der AOK soll Orientierung bieten

Insgesamt macht die Umfrage deutlich, dass die große Informationsmenge allein nicht zu mehr Sicherheit führt. Vielmehr kann die Vielfalt der Angebote – kombiniert mit widersprüchlichen Aussagen – dazu beitragen, dass Nutzer Schwierigkeiten haben, wissenschaftlich fundierte Inhalte von weniger belastbaren Informationen zu unterscheiden.

Um hier mehr Transparenz zu schaffen, hat der AOK-Bundesverband ein Qualitätssiegel für Gesundheitsinformationen eingeführt. Ziel ist es, fachlich geprüfte und qualitätsgesicherte Inhalte kenntlich zu machen. Nach Angaben des Verbandes sollen klare Kriterien sicherstellen, dass ausgezeichnete Informationen evidenzbasiert, verständlich aufbereitet und unabhängig erstellt sind.

Ärztliche Fachgesellschaften oder Universitäten genießen größte Glaubwürdigkeit

Die Umfrage zeige, dass ein solches Kennzeichen auf breite Zustimmung stößt. 65 Prozent der Befragten würden ein Qualitätssiegel zur Kennzeichnung geprüfter Gesundheitsinformationen begrüßen. 79 Prozent halten ein entsprechendes Kennzeichen für besonders vertrauenswürdig, wenn es von einer gesetzlichen Krankenkasse vergeben wird. Noch höher ist das Vertrauen, wenn ärztliche Fachgesellschaften oder Universitäten beteiligt sind: 85 Prozent der Befragten bewerten ein solches Siegel in diesem Fall als vertrauenswürdig.

US-Studie: Reichweite von fragwürdigen Gesundheitsinformationen gering

Laut einer aktuellen US-amerikanischen Studie ist die Reichweite von fragwürdigen Gesundheitsinformationen im Internet deutlich geringer als oft angenommen. Demnach sahen nur etwa fünf Prozent der Teilnehmenden Gesundheitsinformationen aus wenig glaubwürdigen Quellen – und diese Aufrufe machten weniger als ein Prozent der gesamten Online-Nutzung aus.

Autor:
Stand:
02.03.2026
Quelle:

Forsa-Umfrage der AOK: Viel Online-Recherche zu Gesundheitsthemen, aber auch viel Verunsicherung, zuletzt abgerufen am 27. Februar 2026.

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