Gesundheit und Pflege: Mehrheit traut der Bundesregierung keine nachhaltige Reform zu

Eine Umfrage im Auftrag des BKK-Dachverbands zeigt ein ausgeprägtes Misstrauen der Bevölkerung in die Reformfähigkeit der Bundesregierung. 82 Prozent der Befragten bezweifeln, dass eine zukunftsfähige Gesundheits- und Pflegereform umgesetzt werden kann.

Reform

Berlin. Die Mehrheit der Bevölkerung hat nach einer aktuellen Umfrage im Auftrag des BKK-Dachverbands wenig Vertrauen in die Fähigkeit der Bundesregierung, eine nachhaltige Gesundheits- und Pflegereform umzusetzen. Demnach bezweifeln 82 Prozent der Befragten, dass es der Bundesregierung gelingen wird, eine zukunftsfähige Reform sowohl im Gesundheits- als auch im Pflegesektor erfolgreich umzusetzen. Lediglich 16 Prozent gaben an, an eine entsprechende Reformfähigkeit zu glauben.

Nach Angaben des BKK-Dachverbands verdeutlichen die Ergebnisse ein geringes Vertrauen in die gesundheitspolitische Handlungsfähigkeit der Bundesregierung. 

Ergebnisse basieren auf repräsentativer Forsa-Umfrage

Die Umfrage stammt vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa - im Auftrag des BKK-Dachverbands. Laut Verband spiegeln die Ergebnisse eine breite Skepsis gegenüber politischen Lösungsansätzen im Gesundheits- und Pflegebereich wider. Die Befragten äußerten Zweifel daran, dass angekündigte Reformvorhaben ausreichend geeignet seien, um strukturelle Probleme dauerhaft zu lösen.

Der Gesundheits- und Pflegesektor ist seit Jahren von tiefgreifenden Herausforderungen geprägt. Dazu zählen unter anderem der demografische Wandel, steigende Ausgaben sowie ein zunehmender Fachkräftemangel. Nach Angaben des BKK-Dachverbands beeinflussen diese Faktoren maßgeblich die Wahrnehmung der Reformfähigkeit durch die Bevölkerung.

Zweifel betreffen Gesundheit und Pflege gleichermaßen

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass sich das Misstrauen nicht auf einzelne Teilbereiche beschränkt. Sowohl im Hinblick auf die gesetzliche Krankenversicherung als auch auf die Pflegeversicherung äußerten die Befragten Zweifel an der langfristigen Stabilität und Finanzierbarkeit der Systeme.

Nach Angaben des BKK-Dachverbands sehen viele Bürger ungelöste Finanzierungsfragen sowie ausstehende strukturelle Reformen als zentrale Probleme an. Die politische Diskussion um Reformen im Krankenhausbereich und in der Pflegeversicherung werde vielfach als langwierig wahrgenommen.

Erwartungen: Mehr Vorbeugung und mehr Effizienz in der Versorgung

Neben der Bewertung der Reformfähigkeit äußerten die Befragten Erwartungen an die Ausgestaltung des Gesundheits- und Pflegesystems. Laut BKK-Dachverband wünschen sich viele eine stärkere Ausrichtung auf präventive Maßnahmen sowie eine effizientere Organisation der Versorgung.

Ein erheblicher Teil der Befragten sprach sich für eine bessere Koordination innerhalb des Gesundheitssystems aus. Diese Stimmen fordern insbesondere eine stärkere Vernetzung der Versorgungsbereiche sowie digitale Angebote, die zu einer verbesserten Steuerung beitragen könnten.

Kostenentwicklung beeinflusst Wahrnehmung der Reformen

Ein weiterer Faktor, der laut Umfrage die Einschätzung der Reformfähigkeit beeinflusst, ist die finanzielle Entwicklung im Gesundheits- und Pflegebereich. In den vergangenen Jahren sind sowohl die Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung als auch die Belastungen in der Pflegeversicherung gestiegen.

Nach Angaben des BKK-Dachverbands tragen diese Entwicklungen dazu bei, dass viele Befragte Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit der bestehenden Strukturen haben. Gleichzeitig lehnt ein Großteil der Befragten Leistungskürzungen als Mittel zur Stabilisierung der Finanzierung ab.

Position des BKK-Dachverbands

Der BKK-Dachverband verweist darauf, dass die Ergebnisse der Umfrage den Handlungsbedarf im Gesundheits- und Pflegebereich deutlich machen. Nach Angaben des Verbands sind stabile Finanzierungsstrukturen ebenso erforderlich wie eine verlässliche Organisation der Versorgung.

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